Wer schon der Größte ist, will offenbar noch größer werden. Iberdrola hat heute angekündigt, Whitelee zu repowern, den größten Onshore-Windpark Großbritanniens, der gleichzeitig zu den drei größten in ganz Europa zählt. Das Ziel: Die Kapazität von derzeit 539 Megawatt auf 1.000 Megawatt zu verdoppeln. Investitionsvolumen: 1,8 Milliarden Euro.
Alte Turbinen raus, neue rein
Konkret geht es darum, die bestehenden Windturbinen durch modernere und leistungsstärkere Anlagen zu ersetzen. Das Grundstück, die Infrastruktur, die Netzanbindung, alles bleibt. Nur die Turbinen werden ausgetauscht. Klingt unspektakulär, ist es aber nicht, denn Whitelee läuft seit 2008 und hat in dieser Zeit Millionen britischer Haushalte mit Strom versorgt. Nach dem Repower soll der Park genug saubere Energie für mehr als eineinhalb Millionen Menschen liefern.
Das Projekt läuft über ScottishPower, Iberdrojas britische Tochter. Und es ist kein Einzelprojekt. Iberdrola hat für Großbritannien bis 2028 Gesamtinvestitionen von 28 Milliarden Pfund angekündigt, vor allem in Stromnetze und erneuerbare Energien.
Schottland rechnet mit 380 Millionen Euro
Für die schottische Wirtschaft soll das Projekt über das nächste Jahrzehnt eine Bruttowertschöpfung von 380 Millionen Euro bringen, dazu Hunderte Arbeitsplätze. Solche Zahlen kommen in Pressemitteilungen immer gut, und man kann darüber streiten, wie verlässlich solche Prognosen sind. Doch die Investitionssumme selbst ist real.
Die Aktie heute: +1,1 %
Die Iberdrola-Aktie zeigt sich am heutigen 31. Juli mit einem Plus von 1,1 Prozent, bewegt sich damit aber noch immer innerhalb eines schwächeren Monatstrends: Auf 30-Tage-Sicht steht ein Minus von knapp 4 Prozent. YTD liegt die Aktie mit rund 9,4 Prozent im Plus, die 52-Wochen-Spanne reicht von 15,20 bis 22,07 Euro. Ob die Whitelee-Meldung den Monatstrend dreht, ist eine andere Frage. Iberdrola jedenfalls setzt ein klares Signal: Großbritannien bleibt ein Kernmarkt, und Whitelee soll noch lange nicht in Rente.
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