Der Markt für private Immobilienfinanzierung schwächelt, Hypoport hält dagegen. Die Gruppe hat heute ihre operativen Kennzahlen für die ersten neun Monate 2026 vorgelegt. Das Transaktionsvolumen auf der Plattform Europace liegt auf dem Niveau des starken Vorjahres, getragen von Sparkassen und Genossenschaftsbanken.
Zinsanstieg bremst den Gesamtmarkt
Nach leichtem Wachstum zu Jahresbeginn drehte der Markt für Wohnimmobilienfinanzierungen im zweiten und dritten Quartal ins Minus. Steigende Zinsen und weiterhin hohe Preisvorstellungen der Verkäufer dämpften die Nachfrage. Europace vermittelte in den neun Monaten 57,34 Milliarden Euro und damit praktisch so viel wie im Vorjahreszeitraum.
Die Treiber sind die Verbundplattformen. Finmas, die Plattform der Sparkassen, legte um 13 Prozent zu, Genopace im genossenschaftlichen Verbund um 7 Prozent. Das Vertriebsvolumen privater Banken sank dagegen weiter. Finanziert wurden überwiegend Bestandsimmobilien. Der Neubau wuchs von niedrigem Niveau aus am stärksten.
Vorstandschef Ronald Slabke sieht die Strategie bestätigt: Man verteidige das Volumen durch Zugewinne bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken.
Wohnungswirtschaft und Versicherungen wachsen
Auch abseits der Baufinanzierung gibt es Zuwächse. Die Verwaltungsplattform Dr. Klein Wowi Digital gewann binnen zwölf Monaten rund 190.000 Nutzeinheiten hinzu und kommt auf 801.000 Einheiten unter Vertrag, ein Plus von 31 Prozent. Die Immobilienbewertungsplattform Value AG steigerte den Wert begutachteter Objekte um 16 Prozent.
Schwächer zeigten sich andere Bereiche. Das Bausparvolumen auf Europace fiel um 15 Prozent. Dr. Klein Wowi Finanz platzierte angesichts des kraftlosen Marktes für sozialen Mietwohnungsbau weniger Kredite. Die Unternehmensfinanzierung REM Capital verzeichnete ein leichtes Minus. Die Ratenkredite auf Europace wuchsen hingegen um 10 Prozent, vor allem dank zusätzlicher Partner.
Im Versicherungssegment steigt das auf Smart Insur migrierte Bestandsvolumen um 17 Prozent. Die Plattform ePension verwaltet 23 Prozent mehr Bestand als vor einem Jahr.
Die Zahlen erlauben keinen direkten Rückschluss auf Umsatz und Ertrag, da sie vor Stornierungen gemessen werden. Details dazu liefert die Q3-Zwischenmitteilung am 9. November 2026. Das Gesamtjahresergebnis folgt vorläufig am 15. März 2027.
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