Der schwedische Hersteller von Forst- und Gartengeräten Husqvarna sieht sich aktuell mit einer gespaltenen Marktentwicklung konfrontiert. Während die Nachfrage in Europa im zweiten Quartal 2026 spürbar nachgelassen hat, zeigen die jüngsten Ergebnisse eine Resilienz bei den Margen und eine solide Performance auf dem nordamerikanischen Markt.
Umsatzrückgang trifft auf robuste operative Margen
Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete die Husqvarna Group einen Umsatzrückgang auf 14,38 Milliarden SEK, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Minus von 6 Prozent entspricht. Organisch lag der Rückgang bei 4 Prozent. Trotz dieses Rückgangs gelang es dem Unternehmen, das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) bei 1,95 Milliarden SEK zu halten. Damit übertraf der Konzern die durchschnittlichen Markterwartungen, die laut Placera bei 1,817 Milliarden SEK gelegen hatten.
Die operative Marge, bereinigt um Sondereffekte, verbesserte sich leicht von 13,4 Prozent im Vorjahr auf nun 13,6 Prozent. Das berichtete operative Ergebnis inklusive Sondereffekten belief sich auf 1,60 Milliarden SEK. Das Unternehmen profitierte dabei unter anderem von Zollrückerstattungen in Höhe von 240 Millionen SEK. Der aktuelle Aktienkurs von 3,31 € spiegelt am Freitag die kurzfristige Reaktion des Marktes wider, was einem Tagesverlust von 7,28% entspricht.
Gardena-Sparte unter Druck
Besonders herausfordernd gestaltete sich das Geschäft für die Tochtergesellschaft Gardena. Hier sank der Umsatz im zweiten Quartal organisch um 11 Prozent. Grund dafür ist laut Unternehmensangaben eine schwache Konsumstimmung in Europa, die insbesondere den Absatz von motorisierten Gartengeräten und Handwerkzeugen belastete. Ein Lichtblick innerhalb der Sparte blieb das Segment Bewässerungssysteme, das sowohl in Europa als auch in Amerika Zuwächse verzeichnete.
Im Gegensatz dazu präsentierte sich die Sparte Husqvarna Construction mit einem organischen Wachstum von 5 Prozent deutlich stabiler. Die Division Forest & Garden verbuchte hingegen einen organischen Rückgang von 3 Prozent. Angesichts der schwierigen Marktbedingungen notiert der Wert derzeit mit einem Abstand von 27,09% unter seinem 52-Wochen-Hoch von 4,54 €.
Strategische Neuausrichtung und verschärfte Sparziele
Um der Marktschwäche und dem geopolitischen Umfeld entgegenzuwirken, hat das Management das Kosteneinsparziel angehoben. Bis zum Jahr 2028 sollen nun Einsparungen in Höhe von 3 Milliarden SEK erreicht werden. Bisher liegt die jährliche Einsparungsrate bei etwa 630 Millionen SEK. Parallel dazu treibt das Unternehmen die strategische Fokussierung voran: Das Geschäft mit Stein-Diamantwerkzeugen soll bis 2027 eingestellt werden.
Medienberichten zufolge steht zudem die Sparte der benzinbetriebenen Gartengeräte für den Privatbereich unter strategischer Prüfung. Eine Entscheidung über die Zukunft dieses Bereichs wird für den Beginn des Jahres 2027 erwartet. Erfreulich entwickelte sich der freie Cashflow, der im zweiten Quartal auf 3,9 Milliarden SEK anstieg, verglichen mit 2,46 Milliarden SEK im Vorjahreszeitraum. Diese Liquiditätssteigerung trug dazu bei, die Nettoverschuldung auf 11,8 Milliarden SEK zu senken. Das Management betonte zudem, dass im Juli zusätzliche Preiserhöhungen umgesetzt wurden, um der Kosteninflation entgegenzuwirken.
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