Ein Gewinnsprung von fast 37 Prozent und zeitgleich ein negativer Cashflow — bei Huntington Ingalls Industries passen die Zahlen aus dem zweiten Quartal nicht auf den ersten Blick zusammen. Hinzu kommt ein U-Boot-Auftrag der US-Marine in einer Größenordnung, die selbst für den größten Werftkonzern der USA ungewöhnlich ist.
Gewinn zieht an, Cashflow bricht ein
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal auf 3,418 Milliarden Dollar, ein Plus von 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn stieg auf 208 Millionen Dollar beziehungsweise 5,27 Dollar je Aktie, nach 152 Millionen Dollar beziehungsweise 3,86 Dollar im Vorjahr. Beide Werften-Segmente trugen den Zuwachs: Ingalls Shipbuilding legte bei den Erlösen um 16,7 Prozent zu, angetrieben von höheren Volumina bei amphibischen Angriffsschiffen, Newport News Shipbuilding wuchs um 15,3 Prozent dank Flugzeugträgern und U-Booten.
Der Cashflow zeichnet ein anderes Bild. Der freie Cashflow lag bei minus 150 Millionen Dollar, im Vorjahresquartal standen noch 730 Millionen Dollar positiv zu Buche. Der Konzern begründet die operativen Fortschritte mit einer Erhöhung der Durchsatzrate im Schiffbau um angestrebte 15 Prozent — ein Ziel, an dem laut Vorstandschef Chris Kastner weiter gearbeitet wird. Trotz des schwachen Quartals-Cashflows bestätigte das Unternehmen seinen bisherigen Ausblick für den freien Cashflow im Gesamtjahr.
Der Auftragseingang blieb robust: Neue Verträge im Volumen von 6,7 Milliarden Dollar hoben den Gesamtauftragsbestand zum 30. Juni auf 57,3 Milliarden Dollar.
Milliardenauftrag für U-Boot-Flotte
Einen Tag vor den Quartalszahlen sicherte sich das U-Boot-Bauteam der US-Marine, zu dem neben General Dynamics Electric Boat auch die Newport-News-Sparte von Huntington Ingalls gehört, Vertragsänderungen im Gesamtvolumen von rund 76,6 Milliarden Dollar. Der Auftrag umfasst den Bau von fünf zusätzlichen Columbia-Klasse- und neun weiteren Virginia-Klasse-U-Booten sowie Mittel für die Infrastruktur der Werften. Newport News fungiert bei sechs der geplanten Virginia-Boote als Auslieferungswerft und liefert bei der Columbia-Klasse jeweils sechs Modulsektionen pro Boot.
Ausblick angehoben
Für das Gesamtjahr hebt HII die Umsatzprognose für den Schiffbau auf eine Spanne von 10,2 bis 10,4 Milliarden Dollar an und zieht zugleich die untere Grenze der Margenerwartung nach oben. Der schwache Quartals-Cashflow bleibt damit vorerst eine Momentaufnahme — der bestätigte Jahresausblick signalisiert, dass das Management den Rückstand im weiteren Jahresverlauf für aufholbar hält.
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