Huntington Bancshares hat die Erwartungen für die kommenden Geschäftsjahre deutlich nach unten korrigiert. Das Management gab auf der „Barclays 24th Annual Global Financial Services Conference“ bekannt, dass sowohl das Nettozinsergebnis als auch der Gewinn pro Aktie niedriger ausfallen dürften als zuvor prognostiziert.
Diese Anpassung folgt auf eine Phase, in der bereits die Quartalsberichte vor rund einem Monat eine vorsichtigere Gangart im Zinsgeschäft signalisiert hatten.
Korrektur der Erwartungen für 2026 und 2027
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet das Institut nun mit einem Wachstum des Nettozinseinkommens von etwa 35 Prozent. Zuvor lag die offizielle Zielspanne noch deutlich höher bei 39 bis 43 Prozent.
Auch beim Ergebnis je Aktie (EPS) zeigen sich die Verantwortlichen zurückhaltender: Medienberichten zufolge wird für 2026 ein GAAP-EPS zwischen 1,52 und 1,54 US-Dollar erwartet. Damit bleibt das Unternehmen hinter den durchschnittlichen Schätzungen der Analysten zurück, die im Vorfeld bei 1,60 US-Dollar gelegen hatten.
Die Anpassungen betreffen jedoch nicht nur das laufende Jahr, sondern erstrecken sich bis weit in das kommende Jahr hinein. Die bereinigte EPS-Prognose für das Geschäftsjahr 2027 wurde von ursprünglich 1,90 bis 1,93 US-Dollar auf eine Spanne von 1,75 bis 1,83 US-Dollar gesenkt.
Derzeit notiert die Aktie bei einem Schlusskurs von 13,83 Euro (Stand Donnerstag). Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus für die Anteilseigner damit auf 7,4 Prozent. Damit hat sich das Papier weiter von seinem 52-Wochen-Hoch entfernt, das im Februar bei 16,41 Euro markiert wurde und nun etwa 16 Prozent über dem aktuellen Niveau liegt.
Rückblick auf das zweite Quartal und Marktreaktion
Bereits bei der Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal vor rund einem Monat deuteten sich Herausforderungen an. Zwar konnte die Bank damals einen Gewinnanstieg verzeichnen, der auf höheren Zinserträgen und Gebühren in verschiedenen Sparten basierte.
Das Management wies jedoch schon zu diesem Zeitpunkt darauf hin, dass das Nettozinseinkommen für das Gesamtjahr 2026 voraussichtlich nur am unteren Ende der geplanten Spanne oder sogar leicht darunter liegen würde.
Auf der anderen Seite zeigten sich einige operative Bereiche zuletzt stabil. Laut Reuters berichtete das Management im Rahmen der Quartalszahlen, dass das durchschnittliche Kreditvolumen am oberen Ende der Erwartungen liege.
Auch bei den Gebühreneinnahmen wurde ein Wert am oberen Rand der Prognosen erreicht. Die formelle Senkung des Ausblicks verdeutlicht jedoch, dass diese positiven Tendenzen die Belastungen im Zinsumfeld nicht vollständig kompensieren können.
Die Aktie steht durch die neuen Zielvorgaben vor einer Phase erhöhter Unsicherheit hinsichtlich der künftigen Profitabilität.
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