Der Umbau bei Hsbc nimmt richtig Fahrt auf. Die Bank verkauft ihr Versicherungsgeschäft in Singapur und setzt gleichzeitig auf eine komplett neue Anlagestrategie. CEO Georges Elhedery macht Ernst mit seinem Versprechen, die Bank zu verschlanken.
HSBC hat JPMorgan als Berater engagiert und den Verkaufsprozess für das Singapur-Versicherungsgeschäft gestartet. Die Bewertung soll bei über 1 Mrd. Dollar liegen. Japanische Versicherer wie Nippon Life und Dai-ichi Life zeigen bereits Interesse. Erste unverbindliche Gebote werden in etwa einem Monat erwartet.
Der Clou dabei ist, dass HSBC nur die Produktherstellung verkauft, nicht aber den Vertrieb. Die Bank will also weiterhin Versicherungsprodukte in Singapur verkaufen, nur eben nicht mehr selbst herstellen. Elhedery begründet den Schritt klar und deutlich. HSBC ist in Singapur nicht unter den Top 5 im Lebensversicherungsgeschäft. Sein Motto lautet offenbar entweder führend sein oder raus aus dem Geschäft.
Radikale Neuausrichtung auf zwei Ebenen
Parallel dazu dreht die Strategieabteilung unter Max Kettner an den großen Rädern. Das Team hat die US-Aktien-Übergewichtung glatt halbiert und setzt nun auf Schwellenländer und Europa. Die Begründung klingt überzeugend, denn die Konjunkturindikatoren außerhalb der USA zeigen deutlich nach oben. Ausgaben und Produktion ziehen in den letzten zwei Monaten spürbar an.
Die Versicherungssparte selbst läuft dabei wie geschmiert. Der globale Umsatz schoss 2025 um satte 36 Prozent auf 2,6 Mrd. Dollar nach oben. Das ist eines der am schnellsten wachsenden Segmente bei den gebührenbasierten Geschäften. Trotzdem trennt sich Elhedery konsequent von allem, was nicht zur Spitzengruppe gehört. Im vergangenen Jahr hat er bereits 11 Geschäftsbereiche weltweit abgestoßen.
Die Strategie ist klar erkennbar. HSBC konzentriert sich radikal auf Asien und die Bereiche, in denen die Bank wirklich führend ist. Alles andere fliegt raus. Ob das am Ende aufgeht, wird sich zeigen. Die Zahlen geben Elhedery jedenfalls erstmal Recht.
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