HPE: 8,5-Prozent-Crash trotz Rekordquartal

Symbolbild, KI-generiert

Hewlett Packard Enterprise übertrifft im dritten Quartal die Erwartungen, doch Margensorgen und Lieferengpässe belasten die HPE-Aktie.

Auf einen Blick:
  • HPE steigert Quartalsumsatz auf 12,2 Milliarden Dollar
  • KI-Aufträge wachsen um mehr als 30 Prozent
  • Jahresprognose auf 34 bis 37 Prozent angehoben
  • Wells Fargo reduziert HPE-Kursziel auf 54 Dollar

Trotz eines starken Geschäftsberichts und angehobener Prognosen steht die Aktie von Hewlett Packard Enterprise (HPE) am heutigen Donnerstag massiv unter Druck. Im frühen Handel verzeichnete das Papier einen Kursverlust von 8,5 Prozent und notierte bei 41,00 Euro.

Während das Unternehmen im dritten Geschäftsquartal operative Bestmarken setzte, trüben Warnungen vor künftigen Margen-Entwicklungen und anhaltende Lieferkettenprobleme die Stimmung der Anleger. Ungeachtet des aktuellen Rückschlags weist der Wert seit Jahresanfang noch immer ein Plus von 99 Prozent auf.

Starke Quartalszahlen und angehobene Prognosen

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 31. Juli endete, konnte Hewlett Packard Enterprise die Erwartungen deutlich übertreffen. Wie das Unternehmen am gestrigen Mittwoch mitteilte, kletterte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 34 Prozent auf 12,2 Milliarden US-Dollar. Dabei erreichte die Bruttomarge mit 40 Prozent einen neuen Rekordwert. Der operative Gewinn belief sich auf zwei Milliarden US-Dollar, was einem verwässerten Gewinn je Aktie von 1,11 US-Dollar entspricht.

Die Dynamik im KI-Bereich bleibt ein wesentlicher Treiber des Geschäfts. Die Aufträge für KI-Systeme stiegen im Vergleich zum Vorquartal um mehr als 30 Prozent. Aufgrund dieser Entwicklung hob die Konzernleitung die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf ein Wachstum zwischen 34 und 37 Prozent an. Auch die Erwartungen für den freien Cashflow wurden nach oben korrigiert; hier rechnet HPE nun mit mindestens 3,75 Milliarden US-Dollar.

Lieferengpässe und Margendruck belasten den Kurs

Medienberichten zufolge lösten jedoch die Aussagen des Managements zur künftigen Profitabilität die heutige Verkaufswelle aus. Für das vierte Quartal stellte HPE in Aussicht, dass die operativen Margen moderat sinken könnten.

Grund dafür ist eine Verschiebung im Produktmix hin zu KI-Systemen sowie eine veränderte Preisdynamik am Markt. Damit signalisierte das Unternehmen, dass die Rekordmarge des dritten Quartals kurzfristig wohl nicht zu halten sein wird.

Zusätzlich bremsen hartnäckige Engpässe in der Lieferkette das Wachstum. Insbesondere bei Speicherkomponenten wie DDR5, DDR4 und NAND-Flash sowie bei Wafer-Kapazitäten gibt es weiterhin Schwierigkeiten. Diese Hindernisse erschweren es dem Konzern, den Rekord-Auftragsbestand zeitnah in Umsatz umzumünzen. Während die Auftragseingänge im Jahresvergleich um 42 Prozent zulegten, blieb das Umsatzwachstum mit 34 Prozent spürbar dahinter zurück.

Strategische Erfolge und Analystenstimmen

Flankiert wurden die Geschäftszahlen von Meldungen über bedeutende Großaufträge. HPE sicherte sich nach Quartalsende einen Auftrag über 3,5 Milliarden US-Dollar mit einem Hyperscale-Kunden für KI-Infrastruktur. Zudem wurde die Zusammenarbeit mit Oracle im Bereich Netzwerktechnologie und Software für deren KI-Cloud-Infrastruktur ausgeweitet.

Im Rahmen dieser Vereinbarung erhielt Oracle auch Optionsscheine zum Erwerb von HPE-Stammaktien. Parallel dazu bestätigte das Unternehmen, dass ein US-Bundesgericht im August den Vergleich mit dem Justizministerium im Zusammenhang mit der Übernahme von Juniper Networks genehmigt hat.

Die Analysten reagierten heute gespalten auf die neuen Daten. Wells Fargo senkte das Kursziel für Hewlett Packard Enterprise am Donnerstag von 67 auf 54 US-Dollar und verwies dabei auf Unsicherheiten bei der Umsatzumwandlung und der EBIT-Marge.

Demgegenüber steht die Einschätzung der Deutschen Bank, die die Beobachtung des Wertes am Dienstag mit einer Kaufempfehlung und einem Ziel von 62 US-Dollar aufgenommen hatte.

Bereits am 10. August stufte Morgan Stanley die Aktie auf „Overweight“ hoch, reduzierte jedoch das Kursziel leicht auf 69 US-Dollar. Im vergangenen Quartal erhielten die Aktionäre zudem 324 Millionen US-Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe zurück.

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