HP Aktie: Gewinnsprung, Kurs im Rückwärtsgang

HP übertrifft im dritten Fiskalquartal die Analystenprognosen, die Aktie fällt dennoch um 8,3 Prozent. Gewinnmitnahmen und Sondereffekte belasten den Kurs.

Auf einen Blick:
  • Starke Quartalszahlen übertreffen Prognosen
  • Kursrutsch trotz Gewinnsprung
  • Zollrückerstattungen stützen Ergebnis
  • Jahresprognose nach oben angehoben

Bessere Zahlen, tieferer Kurs — bei HP passt das auf den ersten Blick nicht zusammen. Der PC- und Drucker-Hersteller hat im dritten Fiskalquartal die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Die Aktie reagierte trotzdem mit einem Kursrutsch von 8,3 Prozent im nachbörslichen Handel auf 27,98 Dollar.

Zahlen über Plan, trotzdem Verkaufsdruck

HP verdiente bereinigt 0,83 Dollar pro Aktie, deutlich über der Konsensschätzung von 0,66 Dollar. Der Umsatz stieg um 12,5 Prozent auf 15,7 Milliarden Dollar und lag damit ebenfalls über den rund 14,3 bis 14,4 Milliarden Dollar, die der Markt eingepreist hatte.

Unter dem Strich blieb ein GAAP-Gewinn von 661 Millionen Dollar beziehungsweise 0,71 Dollar pro Aktie stehen, nach 763 Millionen Dollar beziehungsweise 0,80 Dollar im Vorjahresquartal — der Rückgang geht laut Unternehmen auf einmalige Steuer- und Rechtsvorteile aus dem Vorjahr zurück.

Der Haken an der starken Kennziffer: Ein erheblicher Teil des Gewinnsprungs stammt aus Zollrückerstattungen. Allein 0,11 Dollar pro Aktie im dritten Quartal gehen auf diesen Effekt zurück, für das laufende vierte Quartal rechnet HP mit weiteren 0,08 Dollar aus derselben Quelle. Anleger scheinen die Qualität des Gewinns genauer hinterfragt zu haben, als es die reine Schlagzeile vermuten ließ.

Gewinnmitnahmen nach starkem Lauf

Die Kursreaktion lässt sich auch mit dem Vorlauf erklären. HP-Aktien waren in den Wochen vor der Vorlage kräftig gestiegen und hatten Mitte August mit 32,19 Dollar ein Jahreshoch markiert. Wer vor den Zahlen bereits deutlich im Plus lag, nutzte den Ausblick offenbar zum Ausstieg — ein klassisches „Sell the News“-Muster.

Verstärkt wurde die Skepsis durch die Optionsmärkte: Im Vorfeld der Zahlen lag das Put-Volumen fast viermal so hoch wie das Call-Volumen, ein deutliches Signal, dass sich ein Teil der Investoren bereits gegen einen Rückschlag abgesichert hatte.

Der breite Markt lieferte für die Bewegung keine Erklärung. S&P 500, Dow Jones und Nasdaq legten am selben Tag jeweils nur leicht zu — die Verluste bei HP waren damit klar unternehmensspezifisch.

Für das Gesamtjahr hebt HP die Prognose an: Das Unternehmen rechnet nun mit einem bereinigten Gewinn pro Aktie zwischen 3,19 und 3,29 Dollar. Für das vierte Quartal peilt der Konzern 0,69 bis 0,79 Dollar an — über dem Analystenkonsens von 0,67 Dollar, aber wie erwähnt teils von Zollerstattungen getragen. Ob sich das operative Geschäft auch ohne diesen Sondereffekt so robust zeigt, dürfte die nächste Berichtssaison klären.

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