Honeywell hat einen radikalen Schritt gewagt. Der Mischkonzern trennt sich von seinen wachstumsstärksten Töchtern. Zwei Monate nach der Abspaltung der Luftfahrtsparte bahnt sich nun ein milliardenschwerer Deal an – mit einem Unternehmen, das erst vor acht Monaten eigenständig wurde.
Solstice plant milliardenschwere Fusion
Die einstige Honeywell-Tochter Solstice Advanced Materials steht offenbar kurz vor einem Großprojekt. Das Unternehmen verhandelt über einen Zusammenschluss mit Element Solutions. Eine Fusion unter Gleichen, so die Planung.
Gemeinsam wären die beiden Spezialchemie-Konzerne rund 27 Milliarden Dollar wert. Der Deal soll vor allem aus Aktien bestehen, ergänzt durch eine Bar-Komponente. Solstice bringt Chemie für Polymere und industrielle Prozesse mit, Element Solutions liefert Materialien für Halbleiter, Elektronik und Autos.
Seit der Trennung von Honeywell hat sich Solstice prächtig entwickelt. Der Aktienkurs stieg um 75 Prozent, die Marktkapitalisierung liegt bei rund 12,7 Milliarden Dollar.
Luftfahrt-Sparte fliegt allein
Der große Schnitt bei Honeywell ist vollzogen. Seit dem 29. Juni 2026 ist die Luftfahrtsparte als Honeywell Aerospace eigenständig. Aktionäre bekamen für je zwei Honeywell-Aktien ein Papier des neuen Unternehmens.
Der Schritt hat Folgen. Honeywell Aerospace wurde umgehend in den S&P 500 und den S&P 100 aufgenommen. Der Reinfall: Conagra verlor seinen Platz. Die neue Firma ist mit rund 78 Milliarden Dollar bewertet – ein reiner Luftfahrtkonzern ohne Mischtöchter.
Die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Im Mai sicherte sich die Sparte einen US-Armee-Auftrag über 249 Millionen Dollar. Es geht um die Wartung von Triebwerken für CH-47-Chinook-Hubschrauber. Die Arbeiten laufen bis Mai 2029, Standort ist Phoenix, Arizona.
Kennzahlen und neuer Fokus
Honeywell selbst kommt langsam zur Ruhe. Der Konzern meldete für das erste Quartal einen Umsatz von 9,14 Milliarden Dollar und einen Auftragsbestand von 38,3 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 2,45 Dollar – deutlich über den Erwartungen von 2,32 Dollar. Es war das vierte Quartal in Folge mit übertroffenen Schätzungen.
Nach der Abspaltung notiert die Honeywell-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 13,74. Die Marktkapitalisierung des Restkonzerns liegt bei etwa 72,8 Milliarden Dollar.
Der Konzern setzt nun voll auf Gebäudetechnik und Industrieautomation. Die Fusion von Solstice wäre ein weiterer Schritt in diese Richtung.
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