Honeywell-Aktie: Plötzlich viel günstiger!

Honeywell reduziert den Kaufpreis für das Katalysator-Geschäft von Johnson Matthey um 26 Prozent auf 1,33 Milliarden Pfund.

Auf einen Blick:
  • Kaufpreis um 470 Millionen Pfund auf 1,33 Milliarden Pfund gesenkt
  • Niedrigere Profitabilität und verschobene Projekte bei Johnson Matthey
  • Abschluss der Übernahme bis Ende August 2026 erwartet
  • Johnson Matthey-Aktie verliert 12 Prozent nach Bekanntgabe

Da hat sich Honeywell offenbar einen besseren Deal gesichert. Der US-Industriekonzern zahlt für das Katalysator-Geschäft von Johnson Matthey jetzt deutlich weniger als ursprünglich vereinbart. Statt 1,8 Milliarden Pfund sind es nun nur noch 1,33 Milliarden Pfund. Eine Preisreduzierung um satte 470 Millionen Pfund oder rund 26 Prozent.

Die Begründung liefert Johnson Matthey gleich mit. Das Catalyst Technologies-Geschäft lief im Geschäftsjahr 2025/26 schwächer als erwartet. Projekte im Bereich nachhaltiger Lösungen wurden verschoben, die Profitabilität bei der Katalysatorlieferung fiel niedriger aus. Die Aktionäre von Johnson Matthey quittieren die Nachrichten prompt mit einem Kursverlust von 12 Prozent auf 2.014 Pence.

Für Honeywell hingegen dürfte sich die Geduld auszahlen. Die Frist für den Abschluss wurde zwar bis Juli 2026 verlängert, mit möglicher weiterer Verlängerung bis August 2026. Doch dafür bekommt der Konzern das Geschäft nun zu wesentlich attraktiveren Konditionen.

Strategisch sinnvoll trotz niedrigerem Preis

Honeywell hält trotz der Anpassungen an der strategischen Logik der Übernahme fest. Die Kombination mit dem eigenen Process Technologies-Bereich soll die installierte Basis in Raffinerien, Petrochemie und erneuerbaren Kraftstoffen erweitern. Das Katalysator-Portfolio wird ergänzt, Synergien mit der Prozessautomation sind geplant. Die Übernahme soll bereits im ersten vollen Jahr nach Abschluss gewinnsteigernd wirken.

Johnson Matthey will nach Abschluss rund 1,0 Milliarden Pfund an die Aktionäre zurückgeben. 800 Millionen Pfund als Sonderdividende, 200 Millionen Pfund über ein Aktienrückkaufprogramm. Das dürfte den Schmerz über den niedrigeren Verkaufspreis zumindest etwas lindern.

Honeywell zeigt sich vom reduzierten Preis unbeeindruckt. Die Aktie legte am Freitag in New York um 1,3 Prozent auf 243,97 Dollar zu. Für Anleger bleibt spannend, ob die Übernahme tatsächlich die versprochenen Synergien liefert. Die nächsten Monate bis zum geplanten Abschluss werden zeigen, ob Honeywell hier wirklich ein Schnäppchen gemacht hat.

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