Am Dienstag legt Home Depot Zahlen zum zweiten Quartal vor – und diesmal blicken Anleger nicht auf die großen Überschriften, sondern auf eine einzelne Kennziffer. Der Konzernumsatz wächst zwar deutlich, doch der Zuwachs erzählt eine andere Geschichte, als es auf den ersten Blick scheint.
Zugekauftes Wachstum statt echter Nachfrage
Der Markt erwartet für das Quartal einen Umsatz von rund 47,50 Milliarden Dollar, nach 45,30 Milliarden im Vorjahr. Das klingt nach einem soliden Plus von gut fünf Prozent.
Ein erheblicher Teil davon stammt allerdings aus der Übernahme des Trockenbauhändlers GMS im September 2025, einem Deal mit einem Transaktionsvolumen von 5,5 Milliarden Dollar. Bereits im ersten Quartal steuerte GMS allein 1,3 der insgesamt 1,9 Milliarden Dollar Umsatzzuwachs bei – bezahltes Wachstum, kein organisches.
Beim bereinigten Ergebnis je Aktie liegt die Konsensschätzung zwischen 4,71 und 4,73 Dollar, kaum über den 4,68 Dollar aus dem Vorjahresquartal. Nüchtern betrachtet: Stillstand.
Die eigentlich entscheidende Zahl
Was das bestehende Geschäft ohne Zukäufe leistet, zeigt sich erst in der flächenbereinigten Umsatzentwicklung. Im ersten Quartal lag dieser Wert bei mageren 0,6 Prozent, während die vergleichbaren Transaktionen sogar um 1,3 Prozent sanken. Der durchschnittliche Kassenbon stieg im Gegenzug um 2,2 Prozent – weniger Kunden zahlen also mehr pro Einkauf. Das ist ein Preissignal, kein Nachfragesignal.
Wettbewerber Lowe’s meldete für dasselbe Quartal fast identische Muster: ebenfalls 0,6 Prozent flächenbereinigtes Wachstum, minus 0,9 Prozent bei den Transaktionen, plus 1,5 Prozent beim Bon. Das deutet weniger auf ein Home-Depot-spezifisches Problem hin als auf einen branchenweiten Zyklus – für Anleger eher beruhigend, denn Zyklen drehen sich erfahrungsgemäß schneller als verlorene Marktanteile zurückgewonnen werden.
Steigende Baukosten bremsen die Erholung
Die Rahmenbedingungen bleiben schwierig. Baustoff- und Gartenfachhändler legten im Juli zwar um 5,9 Prozent zum Vorjahr zu, die Erzeugerpreise für Vorleistungsgüter im Bau kletterten aber um über sieben Prozent. Bei einem Hypothekenzins von 6,67 Prozent für dreißigjährige Laufzeiten bleibt zudem die Umzugsbereitschaft vieler US-Haushalte gering – ein Faktor, der direkt auf Renovierungs- und Baumärkte durchschlägt.
Im Frühjahr begründete das Management eine erwartete Verbesserung nicht mit einer stärkeren Konsumnachfrage, sondern mit einer Normalisierung der Unwetterschäden. Diese Erklärung lässt aufhorchen: Wer seine Prognose ans Wetter statt an den Konsumenten hängt, rechnet offenbar nicht mit spürbarer Unterstützung durch die Nachfrageseite.
Am Dienstag vor Handelsbeginn zeigt sich, ob die flächenbereinigte Wachstumsrate die 0,6-Prozent-Marke halten oder unterschreiten wird. Bleibt sie darunter, gerät die bisherige Jahresprognose unter Druck – unabhängig davon, wie kräftig der Gesamtumsatz durch die GMS-Übernahme aufgebläht erscheint.
Home Depot-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Home Depot-Analyse vom 17. August liefert die Antwort:
Die neusten Home Depot-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Home Depot-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
