Solide Quartalszahlen, trotzdem sinkende Kursziele: Home Depot lieferte im ersten Quartal 2026 besser als erwartet — und erntet dafür dennoch Skepsis. Mehrere Investmentbanken haben ihre Preisziele in den vergangenen Tagen deutlich nach unten korrigiert.
Erholung auf tönernen Füßen
Der Umsatz stieg von Januar bis Anfang Mai um 4,8 Prozent auf knapp 41,8 Milliarden Dollar. Auf vergleichbarer Basis legten die Erlöse allerdings nur um 0,6 Prozent zu — schwächer als von Analysten erhofft. Beim bereinigten Gewinn je Aktie, der um 3,7 Prozent auf 3,43 Dollar fiel, schlug sich das Unternehmen hingegen besser als befürchtet.
Die Ursache für die schleppende Entwicklung ist bekannt: Hohe Hypothekenzinsen bremsen den Immobilienmarkt, Kunden verschieben größere Renovierungsprojekte auf unbestimmte Zeit. CEO Ted Decker räumte ein, dass sich die Nachfragesituation ähnlich wie im Gesamtjahr 2025 entwickelt. Finanzchef Richard McPhail fügte hinzu, man beobachte die steigenden Kraftstoffpreise genau — ein weiterer Kostenfaktor, dessen Auswirkungen auf die Produktpreise noch schwer bezifferbar seien.
Kursziele rutschen ab
RBC Capital reagierte mit einer merklichen Anpassung: Das Kursziel fiel von 377 auf 340 Dollar, das Rating bleibt bei „Sector Perform“. Begründung: Der Immobilienmarkt stagniert weiter, und die Zinsen dürften länger erhöht bleiben als bisher angenommen. Für das zweite Quartal erwartet RBC Capital nun nur noch ein Wachstum bei den vergleichbaren Erlösen von 0,2 Prozent — zuvor waren es 1,0 Prozent.
Auch andere Häuser zogen die Reißleine. D.A. Davidson senkte sein Ziel auf 377 Dollar, Mizuho auf 385 Dollar, Jefferies auf 361 Dollar und Wolfe Research auf 365 Dollar. Die Begründungen ähneln sich: Zinsumfeld, Wetterdruck im April und ein nach wie vor träger Wohnungsmarkt.
Der Kurs liegt aktuell bei rund 302 Dollar — das entspricht einem Minus von gut 11 Prozent seit Jahresbeginn und befindet sich in der Nähe des 52-Wochen-Tiefs von 289,10 Dollar.
Jahresziele bleiben — vorerst
Das Management hält an seiner Prognose für 2026 fest: Umsatzwachstum von 2,5 bis 4,5 Prozent, bereinigter Gewinn je Aktie zwischen dem Vorjahreswert von 14,69 Dollar und einem Plus von bis zu 4 Prozent. RBC Capital hält dieses Ziel angesichts des eingetrübten Umfelds für ambitioniert.
Einen kleinen Nebenaspekt gab es noch: Home Depot hat Zollrückerstattungsanträge gestellt, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA wesentliche Teile der Trump-Zölle für rechtswidrig erklärt hatte. Der bislang erhaltene Betrag sei jedoch unwesentlich — ein nennenswerter finanzieller Puffer ergibt sich daraus nicht.
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