Rechenzentren treiben den Baukonzern Hochtief weiter an. Die Investmentbank Jefferies hebt ihr Kursziel für die Aktie an. Grund ist die starke Nachfrage der großen Cloud-Anbieter nach neuer Infrastruktur.
Jefferies erhöht Kursziel auf 508 Euro
Jefferies-Analyst Graham Hunt hat sein Kursziel für Hochtief von 494 auf 508 Euro angehoben. Die Einstufung „Hold“ bleibt unverändert. Hunt begründet den Schritt mit einem starken zweiten Quartal.
Zwei Faktoren treiben laut Hunt das Geschäft. Erstens: die anhaltend hohe Nachfrage der Hyperscaler nach Rechenzentrumskapazitäten. Zweitens: die starke Performance der Tochtergesellschaft Turner.
Hochtief baut über seine Töchter Hochleistungsrechenzentren für Cloud-Anbieter und KI-Anwendungen. Die Tech-Konzerne investieren massiv in diesen Bereich. Davon profitiert der Essener Baukonzern direkt.
Quartalszahlen Ende Juli im Blick
Anleger warten jetzt auf die Zahlen für das zweite Quartal. Hochtief will sie voraussichtlich Ende Juli vorlegen. Jefferies rechnet damit, dass sich die gute Auftragslage der vergangenen Monate in den Bilanzzahlen zeigt.
Der Konzern hatte zuletzt einen Rekord-Auftragsbestand von rund 80 Milliarden Euro gemeldet. Das sichert die Erlöse für die kommenden Jahre ab. Trotzdem bleibt Jefferies bei „Hold“ – wohl auch, weil die Aktie im laufenden Jahr bereits kräftig gestiegen ist.
Kurs zieht wieder an
Die Hochtief-Aktie legt am Mittwoch um 1,76 Prozent zu und notiert bei 473,80 Euro. Am Vortag hatte sie noch bei 465,60 Euro geschlossen. Binnen sieben Tagen steht damit ein Plus von 3,77 Prozent zu Buche.
Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 40 Prozent gewonnen. Zum 52-Wochen-Hoch von 554,50 Euro, erreicht Anfang Mai 2026, fehlen aktuell noch rund 14,5 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt bei 34,66 Milliarden Euro.
Der Kurs notiert leicht unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 491,67 Euro. Zum langfristigen 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand dagegen mehr als 21 Prozent nach oben. Der RSI von 46,9 zeigt derzeit eine neutrale Marktlage – weder überkauft noch überverkauft.
Regulierung als Risikofaktor
Während Hochtief von der weltweiten Nachfrage nach Rechenzentren profitiert, mehren sich in den USA regulatorische Hürden. Der Bundesstaat New York hat kürzlich ein einjähriges Moratorium für den Bau großer KI-Rechenzentren verhängt. Ziel ist es, Regeln für Energie- und Wasserverbrauch zu erarbeiten.
Hochtief ist international breit aufgestellt. Wie stark solche regionalen Eingriffe die langfristige Projektpipeline im Bereich digitaler Infrastruktur belasten, lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen. Bis zu den Quartalszahlen Ende Juli dürfte die positive Einschätzung der Analysten zur operativen Stärke des Konzerns aber im Vordergrund stehen.
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