Hochtief Aktie: Air Force wählt Turner für FARM-III

Symbolbild, KI-generiert

Neue Zuschläge in Nordamerika und Australien ergänzen Hochtiefs Auftragsbestand; die Aktie steigt im heutigen Handel um 1,9 Prozent.

Auf einen Blick:
  • Turner für US-Air-Force-Programm ausgewählt
  • Sedgman erhält Auftrag für Kupferprojekt
  • PACE-Rahmenvertrag umfasst bis zu 1,5 Milliarden Pfund
  • Neunmonatsbericht für 5. November angekündigt

Der Essener Baukonzern Hochtief baut sein weltweites Projektportfolio über mehrere Tochtergesellschaften weiter aus. Gestern meldete das Unternehmen neue Zuschläge in den Vereinigten Staaten sowie in Australien, nachdem bereits zur Wochenmitte umfangreiche Verträge in Europa und Asien fixiert wurden. Am Aktienmarkt stieß der kontinuierliche Auftragseingang auf Zuspruch: Im heutigen Handel legt das Papier um 1,9 Prozent auf 404,40 Euro zu.

Zuschläge für Verteidigung und Rohstoffverarbeitung

In den USA sicherte sich die Konzerntochter Turner einen Platz in einem bedeutenden Regierungsprogramm. Die U.S. Air Force wählte das Unternehmen als einen von acht Auftragnehmern für das Programm FARM-III aus. Diese Vereinbarung verfügt über einen gemeinsamen Vertragsrahmen mit einer Obergrenze von 900 Millionen US-Dollar und weist eine Laufzeit bis zum 4. September 2034 auf.

Parallel dazu meldete die australische Konzerntochter CIMIC einen operativen Erfolg. Deren Tochter Sedgman erhielt von KGL Resources einen EPC-Auftrag für das Jervois-Kupferprojekt in Australien. Die dortige Aufbereitungsanlage ist auf die Verarbeitung von zwei Millionen Tonnen Erz pro Jahr ausgelegt.

Mit diesen Vereinbarungen stärkt der Konzern seine Präsenz in Kernmärkten abseits des europäischen Heimatmarkts. Die Einbindung in langfristige staatliche Programme in Nordamerika sorgt dabei für eine verlässliche Auslastung über die kommenden Jahre, während die Aktivitäten in Australien die Rohstoffkompetenz der Gruppe unterstreichen.

Milliardenprojekt in Großbritannien und Aktivitäten in Asien

Die jüngsten Meldungen folgen auf einen milliardenschweren Rahmenvertrag, den sich das Unternehmen am Mittwoch gesichert hatte. Hochtief Infrastructure wurde von Sellafield Ltd für das Los 2 des sogenannten PACE-Rahmenvertrags in Großbritannien ausgewählt. Das geschätzte Vertragsvolumen beläuft sich auf bis zu 1,5 Milliarden britische Pfund, was rund 1,75 Milliarden Euro entspricht.

Die Vereinbarung umfasst spezialisierte Nuklearanlagen sowie Stilllegungsprojekte und besitzt eine Gesamtlaufzeit von bis zu 15 Jahren. Diese setzt sich aus einer anfänglichen Neunjahreslaufzeit sowie einer Verlängerungsoption um sechs Jahre zusammen. Der britische Nuklearstandort bleibt dem Baukonzern damit langfristig als wichtiger Auftraggeber erhalten.

Ebenfalls am Mittwoch verbuchte Leighton Asia einen neuen Rechenzentrumsauftrag in Hongkong für einen multinationalen Technologiekonzern. Bereits am Dienstag hatte zudem die Bergbaudienstleistungstochter Thiess über MACA eine zweijährige Vertragsverlängerung für die Okvau-Goldmine von Emerald Resources in Kambodscha vereinbart. Dieser Vertragsumfang liegt bei 170 Millionen australischen Dollar und läuft bis 2030.

Neunmonatszahlen folgen Anfang November

Auf Konzernebene summiert sich der Auftragsfluss der vergangenen Tage zu einer breit gestreuten Pipeline über unterschiedliche Weltregionen und Geschäftsfelder hinweg. Seit Jahresanfang verzeichnet die Hochtief-Aktie einen Wertzuwachs von 21 Prozent.

Klarheit über die finanzielle Entwicklung der ersten drei Quartale erhalten die Marktteilnehmer in wenigen Wochen: Hochtief hat die Veröffentlichung des Zwischenberichts für die Monate Januar bis September 2026 für den 5. November 2026 angekündigt. An diesem Tag wird das Management die Zahlen in einer Telefonkonferenz für Analysten und Investoren erläutern.

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