Hochtief meldet einen historischen Auftragsbestand. Nach einer Analyse vom heutigen Freitag verfügt der Baukonzern über Aufträge im Volumen von fast 85 Milliarden Euro – ein Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein die US-Tochter Turner hält davon Aufträge im Wert von 46,1 Milliarden Euro. Treiber der Entwicklung ist die massive Nachfrage nach Rechenzentren, die den Konzern in den vergangenen Wochen mehrfach zu positiven Nachrichten veranlasst hat.
Turner treibt Prognoseanhebung
Den Auftakt der jüngsten Nachrichtenserie machte Hochtief bereits am Montag. Der Konzern hob seine Prognose für den operativen Konzerngewinn 2026 deutlich an, auf nun 1.025 bis 1.100 Millionen Euro nach zuvor 950 bis 1.025 Millionen Euro. Als Grund nannte das Unternehmen die massive Nachfrage im Rechenzentrumsmarkt. Parallel legte Turner nach: Die US-Tochter erhöhte ihre eigene Prognose für das operative Ergebnis vor Steuern 2026 auf 1,40 bis 1,46 Milliarden US-Dollar, ein Zuwachs von bis zu 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Untermauert wurde die optimistische Tonlage durch den am selben Tag veröffentlichten Halbjahresbericht. Der operative Konzerngewinn kletterte im ersten Halbjahr um 35 Prozent auf 480 Millionen Euro, der Umsatz wuchs um 10 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro. Zusammen mit dem nun bekannten Rekord-Auftragsbestand zeichnet sich damit ein Bild eines Konzerns, dessen Wachstum derzeit maßgeblich vom Boom der Rechenzentrumsinfrastruktur getragen wird.
Auch Töchter in Australien und Asien liefern
Die Dynamik zeigt sich nicht nur bei Turner. Die Hochtief-Tochter CIMIC meldete am Donnerstag über ihre Einheit UGL einen neuen Auftrag von Neoen für die zweite Stufe des Goyder-Batterieprojekts in Südaustralien, bei dem Tesla-Megapacks zum Einsatz kommen. Bereits am 22. Juli hatten die CIMIC-Einheiten UGL und CPB Contractors einen Auftrag für den Bau des Narrogin Windparks in Westaustralien von Neoen erhalten. Ergänzend sicherte sich die Tochter Leighton Asia am 17. Juli ein großvolumiges Rechenzentrumsprojekt in Thailand. Die Aufträge sind in ihrer Summe kleinteiliger als das Turner-Volumen, verdeutlichen aber die Breite, mit der Hochtief über seine Tochtergesellschaften von Infrastruktur- und Energiewende-Investitionen profitiert.
Jefferies bleibt vorsichtig
Nicht alle Marktbeobachter ziehen aus der Nachrichtenlage dieselben Schlüsse. Jefferies-Analyst Graham Hunt bestätigte am Montag in einer ersten Reaktion auf die Quartalszahlen zunächst die Einstufung „Hold“. Am Mittwoch senkte Jefferies das Kursziel für Hochtief dann von 508 auf 493 Euro und begründete den Schritt mit einer Sektorbewertungskorrektur im Bereich Tech-Infrastruktur. Die Einstufung „Hold“ blieb dabei unverändert. Die Kürzung fällt in eine Phase, in der die Bewertungen von Unternehmen mit Rechenzentrums-Exposure branchenweit unter Beobachtung stehen.
Kurs erholt sich, bleibt aber unter Rekordniveau
An der Börse sorgte die Nachrichtenflut zuletzt für Bewegung. Am Donnerstag legte die Aktie um 5,34 Prozent zu und schloss bei 446,20 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch aus dem Mai bei 554,50 Euro trennen das Papier damit weiterhin fast ein Fünftel, konkret 19,53 Prozent. Der jüngste Sprung zeigt, dass Anleger die operative Stärke honorieren, auch wenn der Titel von seinem Rekordstand noch ein gutes Stück entfernt bleibt.
Für Anleger dürfte der weitere Blick nun auf den nächsten Zwischenbericht gerichtet sein. Hochtief will die Zahlen für die ersten neun Monate 2026 am 5. November veröffentlichen. Bis dahin bleibt der Rechenzentrumsmarkt der zentrale Wachstumstreiber, während die Bewertungsdiskussion um Tech-Infrastrukturwerte die Kursentwicklung kurzfristig belasten könnte.
Hochtief-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Hochtief-Analyse vom 31. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Hochtief-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Hochtief-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
