Hochtief bleibt die Nummer eins unter den internationalen Baudienstleistern. Die Fachzeitschrift Engineering News-Record hat den Konzern zusammen mit seiner spanischen Muttergesellschaft ACS im aktuellen Ranking „ENR Top 250 International Contractors“ erneut an die Spitze gesetzt. Es ist die achte Spitzenplatzierung innerhalb der vergangenen zehn Jahre – ein Beleg für die Kontinuität des Geschäftsmodells, das zunehmend auf digitale Infrastruktur setzt.
Gestützt wird die Position laut Unternehmensangaben durch einen Rekordauftragsbestand von 72,5 Milliarden Euro zum Ende des vergangenen Jahres. Diese Auftragsbasis zieht sich durch nahezu alle Konzerntöchter und bildet das Fundament für die zuletzt kräftig gestiegenen Ergebnisse.
Starke Halbjahreszahlen als Hintergrund
Erst vor rund zwei Wochen hatte Hochtief seine Halbjahreszahlen vorgelegt: Der Konzernumsatz stieg in den ersten sechs Monaten um 10 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro, der operative Konzerngewinn kletterte um 35 Prozent auf 480 Millionen Euro.
Der Auftragseingang erreichte im ersten Halbjahr 31,5 Milliarden Euro, ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders die US-Tochter Turner Construction erwies sich als Wachstumsmotor mit einem Umsatzplus von 15,7 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro und einem Gewinnsprung von 41 Prozent auf 400 Millionen Euro.
Vor rund einem Monat hatte der Vorstand als Reaktion auf die starke Nachfrage nach digitaler Infrastruktur die Prognose für den bereinigten Nettogewinn 2026 auf eine Spanne von 1,025 bis 1,1 Milliarden Euro angehoben. Seither hat sich die Aktie um 2,1 Prozent verbilligt – die erneute ENR-Bestätigung fällt damit in eine Phase, in der der Markt die operative Stärke bereits eingepreist zu haben scheint.
Kurs unter dem 50-Tage-Schnitt
Die Aktie notiert aktuell bei 427,20 Euro und damit rund 8,2 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 465,27 Euro. Zum Rekordhoch von 554,50 Euro, erreicht im Mai, fehlen der Aktie derzeit 23 Prozent.
Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 28 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar von 91 Prozent – die jüngste Konsolidierung relativiert sich damit vor dem Hintergrund der langfristigen Kursentwicklung.
Australisches Speicherprojekt unterstreicht Diversifizierung
Neben dem klassischen Baugeschäft treibt Hochtief seine Position im Energiesektor voran. Die australische Tochter UGL gab kürzlich die Erweiterung eines der weltweit größten Batterie-Energiespeicher in Western Australia um 227 Megawatt bekannt – realisiert in Zusammenarbeit mit Tesla für den Betreiber Neoen. Solche Projekte zeigen, wie Hochtief sein Geschäft über klassische Bauaufträge hinaus auf Infrastruktur für die Energiewende ausweitet.
Die Kombination aus globaler Marktführerschaft, Rekordauftragsbestand und Diversifizierung in wachstumsstarke Segmente wie Rechenzentren und Energiespeicher bildet weiterhin das Rückgrat der Investmentgeschichte. Die nächste Standortbestimmung liefert die für den 5. November angesetzte Quartalsmitteilung zum dritten Quartal.
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