HIVE Digital Technologies sichert den Ausbau seiner KI-Infrastruktur mit einem Kredit statt mit neuen Stammaktien. Die indirekte Tochter BUZZ Alpha Cloud hat dafür rund 129 Mio. US-Dollar aufgenommen. Die am Mittwoch bekannt gegebene Fazilität läuft über drei Jahre und trägt einen festen Jahreszins von 9,0 %.
Das Geld fließt in einen kanadischen KI-Cluster für den Kunden Cohere. Damit verbindet HIVE die Finanzierung der Anlagen mit einem bereits vereinbarten Kundenvertrag. Für Anleger stehen nun die fristgerechte Lieferung und die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Betriebs im Mittelpunkt.
Kundenvertrag als Grundlage der Finanzierung
Der Cluster mit NVIDIA-GB200-GPUs kostet 165 Mio. US-Dollar. Der Kredit deckt nach Unternehmensangaben rund 80 % der Anschaffungskosten. Den verbleibenden Eigenanteil will HIVE aus den Mitteln seiner unverzinsten Wandelanleihen finanzieren.
HIVE kombiniert Bitcoin-Mining mit dem Ausbau der KI-Infrastruktur unter BUZZ HPC. Das Cohere-Projekt konkretisiert diesen Ausbau: Einer festgelegten Investition steht ein mehrjähriger Vertrag gegenüber. Dieser umfasst neben Rechenleistung auch Konnektivität und Speicher.
Der Gesamtvertragswert beträgt 225 Mio. US-Dollar über drei Jahre. HIVE erwartet daraus durchschnittlich 75 Mio. US-Dollar Jahresumsatz. Diese Erwartung ist allerdings nicht mit einem entsprechenden Gewinn oder frei verfügbaren Mittelzufluss gleichzusetzen.
Zinsen und Tilgung beanspruchen Einnahmen
Medienberichten zufolge wird der jährliche Schuldendienst auf 49–51 Mio. US-Dollar geschätzt. Die Betriebskosten und der Name des institutionellen Kreditgebers wurden nicht offengelegt.
Damit lässt sich aus dem Vertragsumsatz allein keine belastbare Rentabilität ableiten. Neben Zinsen und Tilgung muss der Betrieb des Clusters finanziert werden. Der feste Zinssatz schafft dabei Planungssicherheit für die Kreditkosten, beseitigt aber nicht die wirtschaftlichen Risiken des Projekts.
Die ergänzende Finanzierung stammt aus Wandelanleihen mit einem Kupon von 0 %. Deren Bruttoerlös betrug 245 Mio. US-Dollar. Nach den sogenannten Capped Calls verblieben netto rund 200 Mio. US-Dollar.
Die Aussage zur ausbleibenden Aktienverwässerung bezieht sich ausdrücklich auf die neue Kreditfazilität: Dafür gibt HIVE keine neuen Stammaktien aus. Die separat eingesetzten Wandelanleihen sind davon zu unterscheiden.
Lieferung bleibt der nächste Meilenstein
Die Auslieferung der Systeme wird gegen Ende des vierten Quartals 2026 erwartet. Kapital und Zinsen werden über die Kreditlaufzeit getilgt. HIVE erwartet, die GPUs anschließend ohne Restzahlung vollständig zu besitzen.
Als Sicherheiten dienen die GPUs und die zugehörigen Anlagen. BUZZ HPC stellt zudem eine begrenzte Garantie und verpfändet seine Beteiligung an der Kreditnehmerin. Darüber hinaus übernimmt BUZZ HPC keine weitere Haftung.
Für Anleger ist die Vereinbarung damit ein konkreter Finanzierungsschritt für das Cohere-Projekt. Sie sichert jedoch noch keinen wirtschaftlichen Erfolg. Entscheidend wird, ob HIVE die bestellte Infrastruktur planmäßig erhält und aus dem laufenden Vertrag nach Betriebskosten den Schuldendienst tragen kann.
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