Hertz Aktie: 37,89-Prozent-Sprung nach Q2-Gewinn

Hertz meldet Umsatzplus und Nettogewinn im Q2, Aktie springt vorbörslich um fast 38%. Analysten bleiben trotzdem skeptisch.

Auf einen Blick:
  • Umsatz steigt um zehn Prozent
  • Rückkehr in die Gewinnzone
  • Aktie springt vorbörslich stark
  • Analysten senken weiterhin Kursziele

Der US-Autovermieter Hertz hat mit seinen Zahlen für das zweite Quartal 2026 eine deutliche Kursreaktion ausgelöst. Nach einer Phase operativer Schwierigkeiten und Kursverlusten meldete das Unternehmen gestern einen Umsatzanstieg und die Rückkehr in die Gewinnzone auf GAAP-Basis. Die Aktie reagierte heute im vorbörslichen Handel mit einem massiven Kurssprung von 37,89 % und notiert aktuell bei 2,46 €.

Deutliche Verbesserung beim operativen Ergebnis

Hertz erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 2,40 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 10 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders positiv bewerteten Marktteilnehmer den ausgewiesenen Nettogewinn nach GAAP in Höhe von 64 Millionen US-Dollar. Auch das bereinigte Konzern-EBITDA (Adjusted Corporate EBITDA) zeigte eine deutliche Erholung und verbesserte sich um 63 Millionen US-Dollar auf nun 81 Millionen US-Dollar.

Operative Kennzahlen stützten diesen Trend: Der Umsatz pro Fahrzeugeinheit stieg um 8 %, während der Umsatz pro Tag um 9 % zulegte. Gleichzeitig gelang es dem Unternehmen, den bereinigten Nettoverlust auf 47 Millionen US-Dollar zu begrenzen, nachdem dieser im Vorjahr noch bei 91 Millionen US-Dollar gelegen hatte. Trotz der positiven Tagesbewegung bleibt die Aktie auf Jahressicht stark unter Druck; seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert ein Minus von 43,84 %.

Index-Ausschluss und juristischer Gegenwind

Während die Quartalszahlen für kurzfristigen Optimismus sorgen, bleibt das Umfeld für Hertz herausfordernd. Am Mittwoch wurde das Unternehmen aus dem S&P SmallCap 600 Index entfernt. Diese Entscheidung der S&P Dow Jones Indices trat vor Handelsbeginn am 5. August in Kraft. Hertz wurde im Index durch ADI Global Distribution ersetzt. Solche Index-Umschichtungen führen oft zu automatisierten Verkäufen durch Indexfonds, was den Verkaufsdruck auf die Aktie zuletzt erhöht hatte.

Zusätzlich sieht sich Hertz mit einer Reihe von Sammelklagen konfrontiert. Mehrere US-Anwaltskanzleien, darunter Pomerantz LLP sowie Bronstein, Gewirtz & Grossman LLC, haben Klagen im Namen von Aktionären eingereicht. Den Vorwürfen zufolge soll das Unternehmen zwischen dem 7. Mai und dem 23. Juni 2026 irreführende Angaben zu seiner Liquiditätssituation und zur Wertentwicklung der Fahrzeugflotte gemacht haben. Hintergrund sind Korrekturen bei der Guidance für das bereinigte EBITDA im Juni, die auf eine unerwartete Schwäche am Gebrauchtwagenmarkt und damit verbundene Verluste bei Fahrzeugverkäufen zurückgeführt wurden.

Analysten korrigieren ihre Erwartungen

Trotz der aktuellen Erholungstendenzen haben namhafte Analysehäuser ihre Kursziele in den vergangenen Tagen deutlich nach unten geschraubt. Am 28. Juli senkte Barclays das Kursziel für die Hertz-Aktie von 3,00 auf 1,00 US-Dollar und behielt die Einstufung „Underweight“ bei. Die Analysten verwiesen dabei auf die angespannte finanzielle Situation und die Verwässerungseffekte durch neue Kapitalmaßnahmen.

Parallel dazu passte das Analysehaus Jefferies am selben Tag seine Einschätzung an. Die Experten reduzierten das Kursziel von 6,00 auf 2,00 US-Dollar, blieben jedoch bei ihrer Bewertung auf „Hold“. Bereits am 24. Juli hatte Goldman Sachs sein Kursziel von 3,00 auf 2,00 US-Dollar gesenkt und die Verkaufsempfehlung für den Titel bestätigt. Die Skepsis der Analysten rührt vor allem aus der komplexen Kapitalstruktur her. So hatte das Unternehmen Ende Juni die Ausgabe von wandelbaren vorrangig besicherten Anleihen im Volumen von 350 Millionen US-Dollar mit einer Laufzeit bis 2030 angekündigt, um die Liquidität zu sichern. Zudem wurde ein Aktienleihprogramm mit J.P. Morgan Securities initiiert, um Absicherungsgeschäfte für Investoren zu ermöglichen.

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