Schwache LVMH-Vorgaben belasten das Luxussegment
Gestern gerieten europäische Luxuswerte unter spürbaren Verkaufsdruck. Auslöser waren unerwartet schwache Quartalserlöse des Branchenkonkurrenten LVMH in der Sparte für Mode und Lederwaren. Eine spürbare Eintrübung der chinesischen Konsumnachfrage hatte das Geschäft des Rivalen belastet und neue Zweifel an einer Erholung des gesamten Sektors geweckt. Auch die Papiere von Hermès gerieten in diesen Sog.
Heute zeigt sich der Kurs mit einem Plus von 1,8 Prozent auf 1.309,50 Euro etwas gefestigt. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie jedoch ein Minus von 38 Prozent. Das Marktumfeld für gehobene Konsumgüter bleibt durch die Zurückhaltung kaufkräftiger Kunden spürbar herausfordernd.
Analysten korrigieren Erwartungen nach unten
Bereits in den vergangenen Wochen hatten mehrere Analysehäuser ihre Einschätzungen für den französischen Traditionskonzern zurückgenommen. Am 5. Oktober stufte die Schweizer Großbank UBS die Aktie von Neutral auf Verkaufen ab. Zudem senkten die Experten ihr Kursziel drastisch von 1.695 auf 1.168 Euro.
Die UBS begründete diesen Schritt mit einer nachlassenden Verknappung der Produkte infolge des Unternehmenswachstums. Damit nehme die Zyklizität der Nachfrage zu. Zudem verwiesen die Analysten auf Schwächen bei Produkten außerhalb des Ledersegments, die stärker von aufstiegsorientierten Kundengruppen abhingen. Auch geringere Skaleneffekte und eine höher angenommene langfristige Steuerquote dämpften die Perspektiven.
Nur wenige Tage zuvor, am 1. Oktober, hatte bereits Rothschild Redburn die Einstufung von Kaufen auf Neutral gesenkt. Das Haus strich sein Kursziel von 1.835 auf 1.410 Euro zusammen. Als Grund nannten die Analysten schwierige Rahmenbedingungen bei wichtigen Kundengruppen, vor allem auf dem chinesischen Markt, sowie gedämpfte Wachstumsaussichten.
Produktinitiativen und handwerkliche Schwerpunkte
Gleichzeitig setzt das Traditionshaus auf die Pflege seiner exklusiven Markenidentität. Am 3. Oktober präsentierte Hermès seine neue Damenkollektion in Paris. Dabei setzte das Modehaus auf Reißverschlüsse als wiederkehrendes Stilelement sowie auf feine Riemen als modische Akzente.
Zudem eröffnete der Konzern am 5. Oktober eine bis zum 20. Oktober laufende Sonderausstellung der Linie petit h in der Dubai Mall. Die Schau kombiniert Werkstoffe wie Leder, Seide, Kristall und Porzellan, um die Handwerkskunst des Hauses zu unterstreichen.
Spannung vor den Umsatzzahlen am 22. Oktober
Für Anleger richtet sich der Blick nun auf den anstehenden Zwischenbericht. Hermès hat die Veröffentlichung der Umsatzzahlen für das dritte Quartal 2026 für den 22. Oktober um 08:00 Uhr MESZ terminiert. Dann wird sich zeigen, wie widerstandsfähig sich die Kernmarke gegenüber der Branchenschwäche erwiesen hat.
In seinem Aktionärsbrief vom 8. Oktober wählte das Unternehmen das Leitmotiv: „Es gibt keine günstigen Winde für den, der nicht weiß, wohin er will.“ Gestern meldete Hermès zudem aktualisierte Stimmrechtsdaten zum Ende des dritten Quartals mit 178.565.652 ausübbaren Stimmrechten.
Hermes-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Hermes-Analyse vom 14. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Hermes-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Hermes-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
