Eine Reihe von Analysehäusern hat ihre Erwartungen an den französischen Luxusgüterkonzern Hermès im Vorfeld der anstehenden Quartalszahlen nach unten korrigiert. Vor allem die anhaltend schwache Nachfrage im chinesischen Markt sowie ein schwierigeres Umfeld im Heimatmarkt Frankreich veranlassten mehrere Institute dazu, ihre Kursziele spürbar zu stutzen.
Gestern schloss das Wertpapier an der Börse bei 1.337,50 Euro. Seit dem Jahresanfang summiert sich das Minus im Kurszettel auf 37 Prozent.
China-Schwäche dämpft die Erwartungen
Als Hauptgrund für die vorsichtigere Haltung gilt das zögerliche Konsumverhalten der Kundschaft in Asien. Citi senkte das Kursziel für den Titel gestern von 1.689 auf 1.540 Euro und bestätigte das Votum „Neutral“.
Die Experten begründeten diesen Schritt mit der anhaltend schleppenden Nachfrage in China sowie einem weniger vorteilhaften Umfeld in Frankreich. Zudem habe sich das Geschäft mit erschwinglicheren Produkten für aspirative Käufer im Sommer kaum belebt.
Citi reduzierte in der Folge die Annahmen für das währungsbereinigte Konzernumsatzwachstum im Gesamtjahr 2026 von zuvor 6,8 Prozent auf nun 6,4 Prozent. Auch die Schätzungen für das operative Ergebnis sowie das Ergebnis je Aktie für die Jahre 2026 bis 2028 kürzte das Haus um jeweils rund ein Prozent. Die Prognose für das Segment der Lederwaren im zweiten Halbjahr wurde beim währungsbereinigten Wachstum leicht um 0,5 Prozentpunkte zurückgenommen.
Breite Zielanpassungen vor dem Berichtstermin
Auch andere Adressen strichen ihre Zielmarken zusammen. Neben Citi reduzierten gestern unter anderem JPMorgan, Morgan Stanley und HSBC ihre Bewertungen, während Jefferies seine Einschätzung bereits am Dienstag nach unten anpasste.
Die neu ausgegebenen Zielmarken dieser Häuser bewegen sich überwiegend in einer Spanne zwischen 1.500 und 1.600 Euro. Demgegenüber hält Bernstein Research an einer optimistischeren Haltung fest und bestätigte gestern die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 1.750 Euro.
Jefferies belässt die Aktie trotz der Zielsenkung von zuvor 2.000 Euro auf „Buy“. Analyst James Grzinic geht davon aus, dass die bevorstehende Veröffentlichung der Geschäftszahlen eine Abschwächung gegenüber dem Vorquartal bestätigen wird. Allerdings dürfte diese Abkühlung bei Hermès weniger drastisch ausfallen als bei den meisten Mitbewerbern der Branche.
Quartalszahlen liefern bald Klarheit
Hermès hatte im ersten Halbjahr 2026 ein währungsbereinigtes Plus von 6,1 Prozent erzielt, wobei negative Wechselkurseffekte das Geschäft mit mehr als 360 Millionen Euro belasteten. Im zweiten Quartal zeigte sich die Kernsparte Lederwaren mit einem Zuwachs von 10,2 Prozent zu konstanten Wechselkursen noch robust, während der Bereich Parfum und Kosmetik um 9,5 Prozent nachgab.
Verlässliche Antworten zum aktuellen Geschäftsverlauf erhalten die Marktteilnehmer in drei Wochen. Hermès legt die Umsatzzahlen für das abgelaufene dritte Quartal am 22. Oktober vor.
Hermes-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Hermes-Analyse vom 01. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Hermes-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Hermes-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 01. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
