Auch die Hensoldt-Aktie konnte am Mittwochvormittag in einem freundlichen Marktumfeld Zugewinne verzeichnen. So ging es für den Rüstungs-Titel um 3,4 % auf 70,1 Euro nach oben. Das 1-Monats-Minus verringerte sich damit auf -11,5 % (Stand: 01.07.2026, 11:00 Uhr).
Zuvor hatte auch die Hensoldt-Aktie wegen der von der Bundesregierung verworfenen Fregatten-Bestellung Federn lassen müssen. Nun hat sich der Radar- und Sensorspezialist zur Causa geäußert.
Hensoldt-Aktie: Bundesregierung cancelt Fregattenprogramm F126
Hintergrund: Das Bundesverteidigungsministerium hat kürzlich bekannt gegeben, das Fregattenprogramm F126 nicht weiterzuverfolgen und stattdessen – vorbehaltlich der Zustimmung des Bundestages – Fregatten des Typs MEKO A-200 zu ordern.
Das Beschaffungsamt der Bundeswehr hat die Unterauftragnehmer des Projekts entsprechend in Kenntnis gesetzt. Hensoldt war als Lieferant des Marineüberwachungsradars TRS-4D in das Programm eingebunden.
Hensoldt-Aktie: Mehr als ein Drittel des Auftragsvolumens bereits realisiert
Der Gesamtauftragswert für Hensoldt im F126-Programm liegt nach Unternehmensangaben bei gut 200 Millionen Euro. Davon wurde bereits mehr als ein Drittel als Umsatz realisiert. Für das laufende Geschäftsjahr sind noch Umsätze im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich eingeplant.
Die weiteren Auswirkungen auf den verbleibenden Auftragsbestand hängen laut Hensoldt von der vertraglichen Abwicklung ab, die derzeit in enger Abstimmung mit dem Vertragspartner Thales Netherlands erörtert wird.
Hensoldt-Aktie: TRS-4D ist kein F126-Einzelprodukt – Prognose unverändert
CEO Oliver Dörre betonte, der technologische Beitrag von Hensoldt im Projekt sei leistungsfähig und basiere auf einer etablierten Produktfamilie. Das TRS-4D-Radar sei kein ausschließlich für F126 entwickeltes Einzelprodukt: Es ist bereits auf Schiffen der Deutschen Marine im Einsatz – unter anderem auf der Korvette K130 und der Fregatte F125. Hensoldt zufolge gibt es auch Aufträge für die brasilianischen Tamandaré-Fregatten, die ebenfalls auf dem MEKO-Konzept basieren.
Auf Grundlage der aktuellen Informationen erwartet Hensoldt keine Auswirkungen auf die kurz- oder mittelfristige Prognose. Der Konzern sieht die Entscheidung der Bundesregierung im Kontext einer Neuordnung der maritimen Beschaffung und positioniert sich als Anbieter nationaler Schlüsseltechnologie für künftige Marineprogramme. Auch das mögliche Nachfolgeprogramm MEKO A-200 könnte neues Geschäftspotenzial bieten.
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