Eine skeptische Analystenstudie rückt die mittelfristigen Ertragsaussichten des Sensorspezialisten Hensoldt in ein neues Licht. Das Analysehaus mwb research stuft die Aktie des Rüstungselektronik-Konzerns heute mit „Sell“ ein und gibt ein Kursziel von 62,00 Euro aus. Die Experten warnen vor strukturellen Risiken im Auftragsbestand und sehen Gegenwind für das künftige Umsatzwachstum.
Im Zentrum der Skepsis steht die Verschiebung im Produktportfolio des Konzerns. Diese Entwicklung bringe spürbare Gefahren für die Umsatzentwicklung mit sich.
Als Belastungsfaktoren nennen die Analysten eine Verschiebung der Nachfrage im Ukraine-Krieg hin zu Drohnen sowie geringe wiederkehrende Umsätze im traditionellen Radar-Geschäft. Zudem bleibe der Anteil softwaredefinierter Verteidigungslösungen gering.
Politische Rückenwinde und solide Quartalszahlen
Die skeptische Neueinstufung trifft auf ein nach wie vor reges politisches Umfeld für die Verteidigungsindustrie. In Washington unterzeichneten Verteidigungsminister Boris Pistorius und US-Verteidigungsminister Pete Hegseth heute eine bilaterale Absichtserklärung zur Vertiefung der Rüstungskooperation.
Die Vereinbarung umfasst gemeinsame Entwicklung, Produktion, Lizenzfertigung und Instandhaltung von Großsystemen wie dem Kampfflugzeug F-35 und Patriot-Lenkflugkörpern.
Fundamental konnte Hensoldt im zweiten Quartal 2026 noch zulegen. Das Unternehmen steigerte den Umsatz in dem am 30. Juni beendeten Dreimonatszeitraum um 22,22 Prozent auf 671,00 Millionen Euro, nach 549,00 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie lag im zweiten Quartal bei 0,07 Euro.
Aktie notiert weiter deutlich unter Vorjahreshochs
Am Markt konnte sich das Papier der Verkaufsempfehlung zunächst widersetzen: Die Hensoldt-Aktie notiert heute mit einem Plus von 1,5 Prozent bei 77,82 Euro. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 117,70 Euro beträgt jedoch weiterhin 34 Prozent.
Während mwb research das Kursziel deutlich unterhalb des aktuellen Niveaus ansetzt, liegt der Marktkonsens merklich höher.
Neue Orientierung zur operativen Entwicklung erhalten Anleger, wenn Hensoldt die Zahlen zum dritten Quartal vorlegt.
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