Ein Memorandum of Understanding, also eine Absichtserklärung, klingt zunächst nach wenig. Kein Vertrag, keine Zahlen, kein festes Commitment. Und doch steckt hinter der Vereinbarung, die Hensoldt und IBM Deutschland jetzt unterzeichnet haben, ein Vorhaben, das man nicht einfach abhaken sollte.
Was MDOcore eigentlich ist
Im Kern geht es um MDOcore, Hensoldts Datenmanagementsoftware für das Militär. Die Idee dahinter: Waffensysteme und Sensoren auf dem Schlachtfeld per Software vernetzen, hochsensible Daten aus verschiedenen Quellen zusammenführen und per KI-gestützter Analyse Muster und Anomalien erkennen, die kein Mensch in dieser Geschwindigkeit sehen würde. Das System soll dabei von der Sensorebene direkt am Einsatzort bis hin zu sicheren Multi-Cloud-Rechenzentren funktionieren, wahlweise als Cloud-Dienst oder als Installation beim Kunden vor Ort.
Der Ansatz ist nicht neu, aber die Konsequenz, mit der Hensoldt ihn verfolgt, schon. Nicht mehr einzelne Plattformen stehen im Mittelpunkt, sondern ein dynamisches Geflecht aus Systemen über verschiedene Domänen hinweg.
Was IBM einbringt
IBM Deutschland soll vor allem technologische Tiefe liefern: Multi-Tenant-Datenplattformen, souveräne und vertrauenswürdige KI, Automatisierung und Software-Engineering. Konkret kommen Technologien aus den IBM-watsonx- und Automatisierungsplattformen zum Einsatz, dazu Consulting-Assets aus dem Militärbereich. Wolfgang Wendt, Vorstandsvorsitzender von IBM Deutschland, formuliert es so: Man kombiniere bewährte Standardsoftware und militärerprobte IT-Assets mit Hensoldts Sensor- und Systemkompetenz. MDOcore werde dadurch zum Enabler für informationsbasierte Gefechtsführung.
Souveränität als Knackpunkt
Sven Heursch, Chief Digital Officer bei Hensoldt, betont ausdrücklich, dass Hensoldt als Systemintegrator die volle Architektur-, Integrations- und Datensouveränität behält. Das ist kein Zufall. Gerade im Verteidigungsbereich ist die Frage, wer am Ende die Kontrolle über kritische Daten hat, keine technische, sondern eine politische. Dass Hensoldt diesen Punkt so explizit adressiert, zeigt, dass man die Debatte kennt.
Ob aus dem Memorandum ein echter Vertrag wird und wann MDOcore bei welchem Kunden tatsächlich zum Einsatz kommt, darüber schweigt die Meldung. Ein Absichtspapier bleibt ein Absichtspapier, bis jemand unterschreibt, was zählt.
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