Die Hensoldt-Aktie zeigte sich am Mittwochvormittag freundlich und konnte 0,7 % auf 78,4 Euro zulegen. In den letzten Monaten hatte der Rüstungs-Titel analog zur Branchenentwicklung eine beachtliche Achterbahnfahrt hingelegt, steht aber auf 6-Monats mit +7 % unterm Strich leicht im Plus (Stand: 10.06.2026, 11:00 Uhr).
Am Dienstag hat der deutsche Sensorik- und Elektronikspezialist auf der Luftfahrtmesse ILA Berlin eine Absichtserklärung zur strategischen Zusammenarbeit mit dem Münchener Start-up SE3 Labs unterzeichnet. Im Mittelpunkt steht die Integration räumlicher KI-Fähigkeiten in Hensoldts militärische Datenmanagementsoftware MDOcore.
Hensoldt-Aktie: Sprachsteuerung für das vernetzte Gefechtsfeld
SE3 Labs hat sich auf sogenannte Spatial AI spezialisiert – also auf KI-Systeme, die Sensordaten in Echtzeit zu dreidimensionalen Lagebildern verarbeiten und dabei nicht nur ein einzelnes System, sondern ganze Verbände aus verschiedenen Plattformen gleichzeitig koordinieren können.
Kern der Technologie ist die Fähigkeit, gesprochene Befehle räumlich zu interpretieren und als koordiniertes Verhalten auf alle verbundenen Systeme zu verteilen. Ein Bediener soll damit künftig viele Systeme gleichzeitig steuern können – mit deutlich reduzierter kognitiver Belastung im Einsatz.
Diese Fähigkeiten sollen künftig als fester Bestandteil in MDOcore verankert werden. Hensoldt-Digitalchef Sven Heursch beschrieb den Schritt als konsequente Weiterentwicklung: weg von bloßer Datenaggregation und -visualisierung, hin zu Systemen, mit denen Nutzer direkt mit dem Lagebild interagieren und Operationen per Sprache steuern könnten.
Hensoldt-Aktie: Münchener Spitzenforschung als technologische Basis
SE3 Labs wurde von Lukas Köstler, Simon Klenk und Prof. Dr. Daniel Cremers gegründet. Cremers ist Inhaber des Lehrstuhls für Bildverarbeitung und KI an der Technischen Universität München, Präsident der European Computer Vision Association und Träger des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises – des bedeutendsten deutschen Forschungspreises. Das Start-up überführt damit Spitzenforschung direkt in militärisch einsatzrelevante Fähigkeiten.
Die Partnerschaft fügt sich in Hensoldts laufende Transformation vom klassischen Sensorlieferanten zum digitalen Systemintegrator ein. Für Anleger ist die Kooperation ein weiteres Zeichen, dass Hensoldt seinen Wachstumskurs im Bereich Software-Defined Defence konsequent mit gezielten externen Technologiezukäufen unterlegt – und dabei auf die Innovationskraft des deutschen Deep-Tech-Ökosystems setzt.
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