Der Rüstungselektronik-Konzern Hensoldt erfährt politische Unterstützung für seine weiteren Vorhaben. Am Montag sicherte der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger dem Unternehmen die Hilfe des Freistaats bei der Stärkung des Defence-Tech-Ökosystems zu.
Zugleich stellte der Minister investitionsfreundliche Rahmenbedingungen in Aussicht. Im Mittelpunkt der Gespräche standen der anstehende industrielle Hochlauf sowie mögliche Ausbau- und Investitionsvorhaben. Zudem thematisierten beide Seiten die Sicherung von Fachkräften, die Stabilität der Lieferketten und künftige Kooperationen.
Kursstabilisierung nach unruhigen Handelstagen
Am Kapitalmarkt folgte dieser politische Schulterschluss auf eine Phase spürbarer Schwankungen im gesamten Rüstungssektor. Medienberichten zufolge war die Aktie von Hensoldt im Zuge branchenweiter Abgaben spürbar unter Verkaufsdruck geraten.
Marktbeobachter brachten die Zurückhaltung der Investoren mit Äußerungen von US-Außenminister Marco Rubio über eine Einladung an Wladimir Putin zum G20-Gipfel in Verbindung. Ein belegter Zusammenhang mit der damaligen Kursentwicklung bestand allerdings nicht. Gestern fing sich das Papier wieder und beendete den Handelstag mit einem Zuwachs von 1,0 Prozent bei 76,20 Euro.
Für Hensoldt kommt der Rückhalt aus der Landespolitik zur rechten Zeit. Die europäische Sicherheitsindustrie steht vor der Herausforderung, bestehende Fertigungskapazitäten zügig zu erweitern und qualifiziertes Personal an sich zu binden. Die anhaltend hohe Nachfrage der Streitkräfte nach moderner Sensorik macht verlässliche Rahmenbedingungen an den bayerischen Standorten des Unternehmens unverzichtbar.
Auftragslage und Termin für Neunmonatsbericht
Operativ treibt das Unternehmen seine Projekte unterdessen planmäßig voran. So meldete Hensoldt im September einen Entwicklungsvertrag mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr für das Einsatzunterstützungssystem Optarion.
Die Vereinbarung besitzt ein Volumen von 15 Millionen Euro. Mehr Klarheit über den bisherigen Jahresverlauf erhalten die Marktteilnehmer im Spätherbst: Für den 5. November hat der Konzern die Veröffentlichung seiner Quartalsmitteilung für die ersten neun Monate angekündigt.
Der anstehende Zwischenbericht dürfte konkreten Aufschluss darüber geben, wie sich die gut gefüllten Auftragsbücher in den Ertragskennziffern niederschlagen. Anleger werden vor allem darauf achten, mit welcher Geschwindigkeit der industrielle Hochlauf voranschreitet und wie effektiv Hensoldt die anhaltenden Herausforderungen in den globalen Lieferketten meistert.
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