Damit setzt der Radar- und Sensorikspezialist eine Erholung fort, bleibt aber weiterhin rund ein Drittel unter seinem Jahreshoch vom Oktober 2025. Der Kurssprung fällt in eine Woche, die für den Titel von einer Stimmrechtsmitteilung, einer Analysten-Herabstufung und milliardenschweren Rüstungsaufträgen geprägt war.
BlackRock meldet nahezu unveränderte Beteiligung
Der US-Vermögensverwalter BlackRock hat Hensoldt eine Anpassung seiner Stimmrechtsposition mitgeteilt. Zum Stichtag 14. Juli 2026 liegt der gesamte Stimmrechtsanteil aus Aktien und Instrumenten nach wie vor bei 4,99 Prozent, zuvor waren es 4,997 Prozent. Innerhalb dieser Größenordnung hat sich die Struktur allerdings verschoben: Der Anteil direkter Stimmrechte stieg auf 2,75 Prozent, während der Anteil an Instrumenten, darunter Wertpapierleihe, auf 2,24 Prozent sank. Unter dem Strich bleibt BlackRock damit knapp unter der meldepflichtigen Schwelle von 5 Prozent, verändert aber die Zusammensetzung seiner Position deutlich.
Analysten uneins: Kursziel zwischen 62 und 94 Euro
Bei den Analysehäusern zeichnet sich derzeit ein gespaltenes Bild. Am 15. Juli stufte MWB Research die Aktie von „Hold“ auf „Sell“ herab und senkte das Kursziel auf 62,00 Euro. Begründet wurde der Schritt mit einer hohen Bewertung von rund dem 18-Fachen des für 2026 erwarteten EBIT sowie dem Risiko, dass nach dem NATO-Gipfel keine neuen Aufträge mehr folgen könnten. Nur wenige Tage zuvor, am 10. Juli, hatte Jefferies-Analystin Chloe Lemarie in die entgegengesetzte Richtung argumentiert: Sie hob ihr Kursziel von 90,00 auf 94,00 Euro an und bestätigte die Einstufung „Buy“, mit Verweis auf die starke Positionierung des Konzerns bei Rüstungselektronik und Luftverteidigung. Zwischen dem 8. und 9. Juli hatte die Aktie bereits einen Kursrückgang von rund 7 Prozent verzeichnet, nachdem skeptische Kommentare zur Bewertung im gesamten Rüstungssektor die Runde gemacht hatten. Die Spanne der Kursziele von 62 bis 94 Euro zeigt, wie unterschiedlich die Wachstumsstory und das Bewertungsniveau derzeit eingeschätzt werden.
Im Sektorumfeld sorgte zudem die Ankündigung einer strategischen Partnerschaft zwischen der EU und der Ukraine zur gemeinsamen Drohnen-Produktion für Aufmerksamkeit. Hensoldt wird in diesem Zusammenhang als potenzieller Zulieferer für Sensorik und Drohnenabwehrsysteme genannt, konkrete Auftragszusagen liegen dazu bislang jedoch nicht vor.
Milliardenaufträge und starke Zahlen stützen operative Basis
Handfester ist die Auftragslage aus Berlin. Der Haushaltsausschuss des Bundestages gab Anfang Juli rund 9,50 Milliarden Euro für 16 Beschaffungsvorhaben frei, darunter vier Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU als Ersatz für das eingestellte F126-Programm. Hensoldt gilt als gesetzter Lieferant für die Radarsysteme der TRS-4D-Familie und dürfte von diesem Bestellvolumen unmittelbar profitieren. Das Unternehmen selbst hatte Ende Juni bekanntgegeben, die Auswirkungen der Beendigung des F126-Programms auf seine mittelfristige Kapazitätsplanung zu prüfen.
Operativ zeigt sich der Konzern robust. Anfang Juni hob Hensoldt seine Prognose für den bereinigten Free Cashflow 2026 an und peilt nun eine Conversion-Rate von rund 50 Prozent des bereinigten EBITDA an, zuvor waren es etwa 40 Prozent gewesen. Das Umsatzziel von rund 2,75 Milliarden Euro wurde bestätigt. Auf der Hauptversammlung Ende Mai beschlossen die Aktionäre eine Dividende von 0,55 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025, ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die im Mai vorgelegten Zahlen für das erste Quartal 2026 unterstreichen das Wachstumstempo: Der Umsatz stieg um 25,57 Prozent auf 496,00 Millionen Euro, der Auftragseingang mehr als verdoppelte sich auf 1.483 Millionen Euro, und der Auftragsbestand erreichte mit 9.801 Millionen Euro einen Rekordwert. Der Verlust je Aktie verringerte sich von minus 0,26 auf minus 0,16 Euro.
Der nächste wichtige Termin steht bereits fest: Am 31. Juli veröffentlicht Hensoldt seinen Finanzbericht für das erste Halbjahr 2026. Angesichts der gegensätzlichen Analystensignale und der offenen Frage nach neuen Aufträgen dürfte dieser Bericht zeigen, ob sich das operative Momentum aus dem ersten Quartal fortsetzt.
Hensoldt-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Hensoldt-Analyse vom 17. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Hensoldt-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Hensoldt-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
