Henkel-Aktie: Milliarden-Deal steht!

Henkel stärkt sein Industriegeschäft mit dem milliardenschweren Kauf des niederländischen Beschichtungsspezialisten Stahl.

Auf einen Blick:
  • Henkel zahlt 2,1 Milliarden Euro für den Spezialbeschichtungs-Hersteller Stahl
  • Stahl erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von rund 725 Millionen Euro
  • Die Übernahme stärkt Henkels profitableres Industriegeschäft
  • Wendel erzielt mit dem Verkauf das 6,6-fache seiner Investition seit 2006

Die Düsseldorfer zeigen sich heute kauffreudig. Nach der kürzlich angekündigten Übernahme von ATP Adhesive Systems folgt nun der nächste große Coup. Henkel legt 2,1 Milliarden Euro auf den Tisch, um sich den niederländischen Spezialisten Stahl zu sichern. Die Aktie reagiert mit einem Plus von rund 1 Prozent.

Hinter dem Deal steckt eine klare Strategie. Henkel will weg von der Abhängigkeit der schwächelnden Konsumentenmarken und setzt verstärkt auf das margenstärkere Industriegeschäft. CEO Carsten Knobel macht keinen Hehl daraus. Mit Stahl und ATP zusammen kommen knapp eine Milliarde Euro Umsatz hinzu. Das Klebstoffgeschäft bekommt damit ordentlich Schub.

Wendel macht das große Geld

Stahl beschäftigt etwa 1.700 Mitarbeiter und erzielte 2025 einen Umsatz von rund 725 Millionen Euro. Das Unternehmen beliefert die Automobil-, Mode- und Verpackungsindustrie mit Hochleistungsbeschichtungen für flexible Materialien. Die Produktpalette reicht von Lederbeschichtungen über Performance-Coatings bis hin zu Spezialbeschichtungen für Papierverpackungen.

Der französische Private-Equity-Konzern Wendel, der seit 2006 bei Stahl investiert ist, streicht nun 1,2 Milliarden Euro ein. Das entspricht dem 6,6-fachen der ursprünglichen Investition. Auch die Minderheitsaktionäre BASF und Clariant verkaufen ihre Anteile an Henkel. Die Wendel-Aktie schoss heute um fast 9 Prozent nach oben.

Die formelle Unterzeichnung steht noch aus, da zunächst die Betriebsratskonsultationen bei Stahl abgeschlossen werden müssen. Danach folgen die üblichen Kartellfreigaben. Henkel setzt mit diesem Schritt konsequent auf Wachstum in Nischenmärkten, die weniger konjunkturanfällig sind als das Massengeschäft. Die Strategie scheint aufzugehen.

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