Henkel Aktie: Ausblick auf 1,5 bis 3,5 Prozent erhöht

Henkel korrigiert Umsatzprognose nach oben und profitiert von Zukäufen. Analysten bewerten den Portfolioumbau unterschiedlich.

Auf einen Blick:
  • Prognose für Umsatzwachstum angehoben
  • Klebstoffsparte treibt organisches Wachstum
  • Milliardenschwere Akquisitionen im Haarpflegesektor
  • Uneinheitliche Analystenurteile nach Zahlen

Der Konsumgüter- und Klebstoffkonzern Henkel hat nach einem erfolgreichen ersten Halbjahr seine Ziele für das Gesamtjahr 2026 nach oben korrigiert. Insbesondere die starke Nachfrage im Industriegeschäft sowie Zukäufe im Haarpflegebereich stützten die Bilanz in den ersten sechs Monaten. Das Management reagierte am Freitag mit einer Anhebung des Ausblicks für das organische Umsatzwachstum auf eine Spanne von 1,5 bis 3,5 Prozent, nachdem zuvor lediglich 1 bis 3 Prozent in Aussicht gestellt worden waren.

Klebstoffgeschäft und Haarpflege treiben organisches Wachstum

In der ersten Jahreshälfte 2026 erzielte Henkel einen organischen Umsatzanstieg von 3,2 Prozent auf rund 10,3 Milliarden Euro. Das bereinigte betriebliche Ergebnis (EBIT) kletterte leicht um 0,3 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro, was einer bereinigten EBIT-Marge von 15,7 Prozent entspricht. Das währungsbereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) legte um 7,1 Prozent auf 2,86 Euro zu.

Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hatte das Segment Adhesive Technologies, das ein organisches Plus von 4,5 Prozent verzeichnete. Im Bereich Consumer Brands, der die Konsumgüter bündelt, lag das organische Wachstum bei 1,7 Prozent. Hier zeigten sich jedoch regionale Unterschiede: Während das Geschäft in Nordamerika um 2,4 Prozent zulegte, verbuchte Europa einen organischen Rückgang von 1,5 Prozent. Innerhalb der Konsumgütersparte erwies sich das Segment Hair Care als besonders wachstumsstark, unterstützt durch die Integration neuer Marken.

Massive Investitionen in das Markenportfolio

Henkel befindet sich inmitten einer weitreichenden Transformation des Portfolios. Zuletzt schloss das Unternehmen vier Akquisitionen mit einem Gesamtvolumen von rund 5 Milliarden Euro ab. Prominenteste Zukäufe waren dabei der US-Haarspezialist Olaplex für 1,4 Milliarden US-Dollar im März sowie die Marke Not Your Mother’s im April. Diese strategischen Zukäufe sollen bereits im laufenden Jahr Zusatzumsätze von rund 700 Millionen Euro generieren. Langfristig plant der Konzern, durch die neuen Marken bis zum Jahr 2030 zusätzliche Erlöse in Höhe von 2 Milliarden Euro zu erzielen.

Die Aktie reagierte positiv auf die Nachrichten und schloss am Freitag bei 80,00 Euro. Damit setzt das Papier seinen Aufwärtstrend fort und notiert aktuell 12,45 Prozent über seinem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn hat der Wert um 14,55 Prozent zugelegt.

Analysten bewerten Portfolioumbau unterschiedlich

Die jüngsten Zahlen und die Prognoseerhöhung lösten unter Analysten gemischte Reaktionen aus. Warren Ackerman von Barclays hob das Kursziel für die Henkel-Vorzüge von 75 auf 85 Euro an und beließ die Einstufung auf „Equal Weight“. Er bezeichnete die Ergebnisse der ersten Jahreshälfte als überzeugend. Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass der laufende Portfolioumbau erst nachhaltig belegt werden müsse, um eine noch höhere Bewertung des Unternehmens am Markt zu rechtfertigen.

Deutlich skeptischer äußert sich Olivier Nicolai von Goldman Sachs. Er stufte das Papier weiterhin mit „Sell“ ein, hob jedoch das Kursziel leicht von 70 auf 75 Euro an. Zwar bezeichnete auch er die Halbjahresergebnisse als solide, verwies jedoch auf bestehende Unsicherheiten bei den Absatzvolumina im wichtigen Klebstoffgeschäft. Die kommenden Quartale müssen zeigen, ob Henkel das Tempo beim organischen Wachstum trotz der konjunkturellen Herausforderungen in Europa halten kann. Das Unternehmen verfügt mit einer Nettofinanzposition von rund 1,9 Milliarden Euro und einem freien Cashflow von etwa 600 Millionen Euro im ersten Halbjahr jedoch über ein stabiles Fundament für weitere Investitionen.

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