Hellofresh schrumpft schneller als gedacht – und der Kochboxenversender lässt das offenbar zu. Das Berliner Unternehmen rechnet für 2026 nun mit einem Umsatzrückgang am unteren Ende der bisherigen Zielspanne, statt der zuvor möglichen minus 3 Prozent könnte es Richtung minus 6 Prozent gehen. Der Ergebnisausblick bleibt dagegen unangetastet.
Im zweiten Quartal brach der Umsatz währungsbereinigt um 7,8 Prozent auf 1,57 Milliarden Euro ein, die Bestellungen sanken sogar um 13,7 Prozent. Das bereinigte Ebitda fiel um 24 Prozent auf 121,1 Millionen Euro, die Marge rutschte von 9,3 auf 7,8 Prozent. Unter dem Strich blieb den Aktionären ein Gewinn von 2,8 Millionen Euro – nach 13,3 Millionen im Vorjahresquartal.
Strategiewechsel weg vom Volumen
Der Rückgang bei den Bestellungen wirkt zunächst dramatisch, passt aber offenbar zur neuen Ausrichtung des Konzerns. Hellofresh setzt gezielt auf profitablere Kunden statt auf Wachstum um jeden Preis: Der durchschnittliche Bestellwert legte leicht zu, während die Marketingausgaben im Verhältnis zum Umsatz sanken. Parallel zieht sich das Unternehmen aus den margenschwächeren Märkten Italien und Spanien zurück.
Das 2024 aufgelegte Kostensenkungsprogramm zeigt nach Unternehmensangaben Wirkung. 85 Prozent der geplanten Maßnahmen seien bis Ende Juni umgesetzt, für 2026 rechnet Hellofresh mit zusätzlichen jährlichen Einsparungen von 140 Millionen Euro – nach 160 Millionen Euro im Vorjahr. Vorgezogene Produktinvestitionen belasteten die Marge zusätzlich, was den Gewinnrückgang mit erklärt.
Bereits im ersten Quartal hatte der Konzern einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 7,7 Prozent verzeichnet und einen bereinigten EBIT-Verlust ausgewiesen. Der jetzt bestätigte Ergebniskorridor von 375 bis 425 Millionen Euro Ebitda bleibt damit die zentrale Messlatte für das Gesamtjahr. Ob der Rückzug aus Volumen zugunsten von Marge langfristig aufgeht, dürfte sich erst zeigen, wenn die Effekte des Sparprogramms und der Marktausstiege vollständig durchschlagen.
Hellofresh-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Hellofresh-Analyse vom 13. August liefert die Antwort:
Die neusten Hellofresh-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Hellofresh-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
