Die Talfahrt bei Hellofresh geht in eine neue Runde. Am Montag rutschte die Aktie zeitweise auf 3,451 Euro und unterbot damit ihr bisheriges Allzeittief aus dem März. Zum Handelsschluss stand ein Verlust von 1,6 Prozent auf 3,648 Euro zu Buche — ein Kursniveau, das die einstigen Corona-Höhenflüge des Kochboxen-Anbieters kaum noch erahnen lässt.
Auslöser der jüngsten Verkaufswelle ist eine Herabstufung durch Kepler Cheuvreux. Analyst Sven Sauer senkte sein Kursziel um einen Euro auf 3,50 Euro und setzte das Rating auf „Reduce“. Seine Begründung zielt weniger auf die nackten Zahlen als auf das Timing: Er traut dem angepeilten Umsatz-Turnaround nicht mehr, dass er wie geplant eintrifft, und hat seine Prognosen bis 2028 entsprechend nach unten korrigiert.
Schwaches Startquartal, mieses zweites Quartal erwartet
Sauer verweist auf ein bereits enttäuschendes erstes Quartal. Für das zweite Quartal rechnet er währungsbereinigt mit einem noch schwächeren Ergebnis. Als Gründe nennt er eine anhaltend gedämpfte Verbraucherstimmung und einen härter werdenden Wettbewerb im Segment der Fertigmenüs. Die Markterwartungen an eine baldige Erholung hält der Analyst für zu optimistisch.
Der Kursverlauf der vergangenen Jahre unterstreicht das Ausmaß des Bewertungsverfalls. Im Herbst 2021 kosteten Hellofresh-Aktien noch fast 100 Euro. Seither ging es, abgesehen von zwei kräftigeren Zwischenerholungen 2023 und 2024, überwiegend abwärts.
Bank of America baut Position auf
Parallel zur Kursschwäche meldete Bank of America eine Schwellenüberschreitung bei den Stimmrechten. Zum 9. Juli 2026 kam das US-Institut über eine Kombination aus direkten Anteilen, Rückrufrechten und Swap-Positionen auf einen Anteil von 5,23 Prozent an Hellofresh. Der überwiegende Teil der Position entfällt auf Finanzinstrumente und nicht auf direkt gehaltene Aktien — ein Hinweis darauf, dass es sich um eine derivative Positionierung und nicht zwingend um eine klassische Aktienbeteiligung handelt.
Der nächste konkrete Termin, an dem sich zeigen dürfte, ob Kepler mit seiner Skepsis richtig liegt, ist der Halbjahresbericht am 13. August. Bis dahin bleibt der Kurs der Aktie ein Stimmungsbarometer für die Zweifel am Turnaround-Timing.
Hellofresh-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Hellofresh-Analyse vom 13. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Hellofresh-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Hellofresh-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
