Ein Kursplus von 3,6 Prozent klingt nach guten Nachrichten. Bei Hellofresh ist es vor allem eines: eine technische Gegenbewegung nach dem Rekordtief vom Freitag. Die Aktie des Kochboxenversenders notierte am Montagmittag bei 2,368 Euro und zählte damit zu den größten Gewinnern im SDAX — nach einem Kurssturz, der die Papiere zuvor bis auf 2,156 Euro gedrückt hatte.
Der Blick auf die Jahresbilanz zeigt, wie wenig diese Erholung an der Gesamtlage ändert. Seit Jahresbeginn steht ein Wertverlust von 62 Prozent zu Buche, Hellofresh liegt damit weit hinten im deutschen Nebenwerte-Index. Von den Rekordständen aus dem Pandemiejahr 2021 nahe 100 Euro trennen die Aktie Welten. Selbst der Ausgabepreis von 10,25 Euro beim Börsengang 2017 bleibt in weiter Ferne.
Analysten zwischen Skepsis und Schnäppchen-Logik
Auslöser der jüngsten Talfahrt war eine Gewinnwarnung vom Donnerstagabend, die den Kurs am Freitag einbrechen ließ. Die Reaktion der Analysten fällt seither uneinheitlich aus.
Kepler Cheuvreux senkte das Kursziel von 3,50 auf 2,30 Euro, stufte die Aktie aber von „Reduce“ auf „Hold“ hoch — mit Verweis auf die bereits erfolgte Kursreaktion. Deutsche Bank Research bekräftigte „Hold“ bei einem Kursziel von 3,50 Euro und sieht Hellofresh angesichts herausfordernder Endmärkte auf einem langen Weg zurück zum Wachstum.
Deutlich optimistischer bleibt Berenberg: Trotz einer Ziel-Senkung von 9 auf 5 Euro hält die Privatbank an „Buy“ fest und verweist auf die aus ihrer Sicht enorm niedrige Bewertung. Kritischer sieht es MWB Research, das bereits am Freitag mit „Verkaufen“ reagiert hatte und das Kursziel auf 1,80 Euro kappte — mit der Einschätzung, dass die Talsohle selbst beim Rekordtief noch nicht erreicht sei.
Der schwache Neukundenzuwachs gilt bei mehreren Häusern als zentrale Wachstumsbremse. Berenberg-Analyst Trion Reid etwa ist für 2027 spürbar skeptischer geworden, hält aber trotzdem an seiner Kaufempfehlung fest.
Gespaltenes Bild, keine Einigkeit
Die Kursziele der Analysten reichen von 1,80 bis 5,00 Euro — eine Spanne, die zeigt, wie unterschiedlich die Häuser die Aussichten von Hellofresh derzeit einschätzen. Während MWB Research von einem strukturellen Problem ausgeht, das der Konzern nicht aus eigener Kraft lösen kann, sehen Berenberg und Deutsche Bank in der aktuellen Bewertung eher eine Übertreibung nach unten.
Für die Aktie bedeutet das vorerst: Die Gegenbewegung vom Montag ändert nichts an der grundsätzlichen Unsicherheit über die Wachstumsperspektiven. Die nächsten Quartalszahlen dürften zeigen, ob sich der schwache Neukundenzuwachs fortsetzt oder ob sich hier eine Stabilisierung andeutet.
Hellofresh-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Hellofresh-Analyse vom 28. September liefert die Antwort:
Die neusten Hellofresh-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Hellofresh-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
