Der Kochboxen-Anbieter Hellofresh sieht sich mit einer weiteren Verschlechterung der Analysteneinschätzungen konfrontiert. Heute hat die DZ Bank ihre Empfehlung für die Aktie auf „Verkaufen“ herabgestuft und den fairen Wert auf 2,60 Euro festgesetzt. Diese neue Bewertung unterstreicht die wachsende Skepsis der Experten hinsichtlich der kurz- bis mittelfristigen Erholungschancen des Berliner Unternehmens.
Zunehmender Pessimismus unter Analysten
Die Entscheidung der DZ Bank, den Zielwert für die Papiere massiv nach unten zu korrigieren, steht nicht isoliert da. Auch andere große Analysehäuser wie JPMorgan und die Deutsche Bank bewahren laut Medienberichten ihre vorsichtige Haltung. Während die DZ Bank nun explizit zum Verkauf rät, signalisieren auch diese Institute mit ihrer zurückhaltenden Positionierung, dass eine nachhaltige Trendwende derzeit nicht in Sicht ist.
Der Markt reagierte auf die anhaltende Unsicherheit bereits gestern mit einem signifikanten Handelsinteresse. HelloFresh verzeichnete mit 387.277 gehandelten Anteilen das höchste Volumen innerhalb des SDAX. Dennoch konnte das hohe Interesse den Kursrückgang nicht verhindern. Das Papier verlor am Freitag 1,7 Prozent und beendete den Handel bei einem Schlusskurs von 2,86 Euro.
Druck auf dem Kursniveau nimmt zu
Die aktuelle Notierung liegt nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 2,82 Euro, das gestern während des Handelsverlaufs markiert wurde. Damit setzt sich eine verheerende Entwicklung fort, die das Unternehmen bereits das gesamte Jahr über begleitet. Seit Jahresbeginn summieren sich die Verluste für die Aktionäre auf insgesamt 54 Prozent.
Anleger beobachten die Entwicklung mit Sorge, da die Marke von 2,60 Euro, die nun von der DZ Bank als fairer Wert ausgerufen wurde, noch einmal deutlich unter dem gestrigen Schlusskurs liegt. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens ist inzwischen auf 424,29 Millionen Euro zusammengeschrumpft, was die drastische Neubewertung des einstigen Pandemie-Gewinners verdeutlicht.
Handelsumfeld im SDAX bleibt schwierig
Während der SDAX insgesamt am gestrigen Freitag einen leichten Zuwachs von 0,45 Prozent verbuchen konnte, gehörte HelloFresh zu den Werten, die den Gesamtmarkt bremsten. Das hohe Handelsvolumen deutet darauf hin, dass viele Investoren ihre Positionen abbauen oder neu bewerten, nachdem die Wachstumserwartungen der vergangenen Jahre deutlich gedämpft wurden.
Die kommenden Handelstage dürften entscheidend dafür sein, ob die psychologisch wichtige Marke des aktuellen Tiefs verteidigt werden kann oder ob der Druck durch die neuen Analystenvorgaben die Aktie tatsächlich in Richtung der von der DZ Bank prognostizierten Tiefstmarken treibt.
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