Deutschlands drittgrößte Landesbank hat im ersten Halbjahr kräftig Federn gelassen. Der Vorsteuergewinn der Helaba brach von 458 Millionen Euro im Vorjahr auf 194 Millionen Euro ein. Auch der Überschuss halbierte sich mehr als deutlich, auf 148 Millionen Euro. Hauptgrund: Probleme im gewerblichen Immobiliengeschäft, wo die Landesbank traditionell stark engagiert ist.
Büroimmobilien belasten die Bilanz
Der Homeoffice-Trend zeigt weiterhin Wirkung auf den Markt für Büroflächen — und trifft die Helaba direkt. Die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle stieg um 53 Prozent auf 198 Millionen Euro, überwiegend getrieben durch das Immobiliengeschäft. Hinzu kommt ein deutlicher Rückgang beim Fair-Value-Ergebnis, das um mehr als zwei Drittel auf 54 Millionen Euro einbrach.
Nicht alles läuft schlecht: Das Neugeschäft wuchs um 20,4 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro, der Provisionsüberschuss legte um 10 Prozent zu. Die Kapitalausstattung bleibt mit einer CET1-Quote von 15,8 Prozent komfortabel, die Quote notleidender Kredite verbesserte sich sogar leicht auf 2,6 Prozent. CEO Thomas Groß räumte dennoch unumwunden ein, das Halbjahresergebnis entspreche nicht den Erwartungen.
Vorstand senkt Prognose und kürzt Stellen
Für das Gesamtjahr rechnet die Helaba nur noch mit rund 500 Millionen Euro Vorsteuergewinn — deutlich weniger als die ursprünglich angepeilten 600 bis 700 Millionen Euro. Nach einem Rekordjahr 2026 war zwar mit einem Rückgang gerechnet worden, allerdings nicht in diesem Ausmaß.
Gegensteuern will der Vorstand mit Einsparungen. Bei der Immobilientochter OFB, die sich auf Büroentwicklungen konzentriert, kündigte Groß eine deutliche Restrukturierung an — Gespräche mit dem Betriebsrat laufen bereits, betroffen sind die 140 Beschäftigten der Tochter.
Konzernweit soll die Belegschaft von aktuell rund 6.900 Mitarbeitern über die kommenden Jahre schrumpfen, unter anderem durch geringere Nachbesetzung offener Stellen. Als Grund nannte Groß auch den Einsatz künstlicher Intelligenz.
Am Mittelfristziel hält die Bank trotz der Rückschläge fest: Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll der Vorsteuergewinn auf eine Milliarde Euro steigen.
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