Heidelberger Druckmaschinen Aktie: PHENOGY-Partnerschaft für Batterien

Heidelberger Druckmaschinen setzt Dividende aus und treibt Umbau zu Technologie-Integrator voran. Neues Batteriegeschäft startet, doch Auftragseingang sinkt.

Auf einen Blick:
  • Vierte Nullrunde bei Dividende
  • Strategischer Umbau zum Technologie-Integrator
  • Partnerschaft für Natrium-Ionen-Batterien
  • Auftragseingang um acht Prozent gesunken

Heidelberger Druckmaschinen hat auf der virtuellen Hauptversammlung am Donnerstag vergangener Woche zum vierten Mal in Folge eine Dividendenzahlung ausgeschlossen – obwohl das Unternehmen für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Jahresüberschuss von 15 Millionen Euro auswies. Die Aktionäre stimmten der Nullrunde mit großer Mehrheit zu und billigten zugleich den strategischen Umbau des Unternehmens zum sogenannten „Technologie-Integrator“ mit neuen Standbeinen in der Verteidigungsindustrie und der Batterietechnik.

Die Entscheidung markiert einen Bruch mit der klassischen Selbstwahrnehmung des Unternehmens als reiner Maschinenbauer für den Druck. Statt den Gewinn auszuschütten, setzt der Vorstand offenbar weiter auf Substanzaufbau in neuen Geschäftsfeldern – ein Kurs, den die Aktionärsmehrheit mitträgt, wie das deutliche Abstimmungsergebnis zeigt.

Batteriegeschäft nimmt Fahrt auf

Wie stark der Umbau bereits operativ unterlegt ist, zeigte sich zwei Tage vor der Hauptversammlung. Die hundertprozentige Tochter HD Advanced Technologies schloss am 21. Juli eine umfassende Industriepartnerschaft mit der Schweizer PHENOGY AG. Ziel ist die industrielle Fertigung von Natrium-Ionen-Batteriespeichersystemen. Heidelberg übernimmt dabei die komplette Wertschöpfungskette – von der Beschaffung über die Produktion bis zu Installation und Wartung. Das Geschäftsfeld Batterietechnik, das die Hauptversammlung nun formal absegnete, bekommt damit einen konkreten industriellen Unterbau.

Parallel zur strategischen Neuausrichtung läuft das traditionelle Kerngeschäft weiter. Mitte Juli brachte das Unternehmen mit „ChromaStar“ ein neues Farbdosiersystem auf den Markt, das Engpässe bei Sonderfarben im Verpackungsdruck reduzieren soll und das Lifecycle-Angebot rund um bestehende Maschinen erweitert. Anfang Juli erwarb der Verpackungsmittelhersteller WINTIPAK im Zuge seiner Expansionsstrategie eine Großformat-Druckmaschine vom Typ „Boardmaster“ zur Steigerung seiner Produktionseffizienz – ein Beleg dafür, dass das klassische Maschinengeschäft trotz des Strategiewechsels weiterläuft.

Zahlen zeigen Auftragsflaute

Die Ausgangslage für den Umbau ist finanziell angespannt. Die im Juni vorgelegten geprüften Zahlen für das Geschäftsjahr 2025/2026 wiesen einen Umsatz von 2,293 Milliarden Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 6,6 Prozent aus. Deutlich schwerer wiegt der Rückgang beim Auftragseingang: Er sank im Vorjahresvergleich um rund 8 Prozent auf 2,246 Milliarden Euro. Ein sinkender Auftragseingang bei gleichzeitig laufenden Investitionen in neue Geschäftsfelder verschärft den Spagat, den das Management zu bewältigen hat.

An der Börse spiegelt sich diese Gemengelage in einer anhaltend schwachen Kursentwicklung. Die Aktie notiert aktuell bei 1,38 Euro und liegt seit Jahresbeginn um 31,97 Prozent im Minus. Zum 52-Wochen-Tief von 1,29 Euro, erreicht Mitte März, beträgt der Abstand nur noch 6,89 Prozent – der Titel bewegt sich damit nahe seinem Jahrestief und weit entfernt von den Ständen vor der breiten Kurskorrektur.

Für Anleger bleibt die Gemengelage zweigeteilt: Auf der einen Seite ein bestätigter Jahresgewinn und ein von der Hauptversammlung breit getragener strategischer Umbau mit greifbaren ersten Projekten in Batterietechnik und Verteidigung. Auf der anderen Seite ein schrumpfender Auftragseingang im Kerngeschäft und eine Aktie, die trotz positiver operativer Nachrichten nahe ihrem Jahrestief verharrt. Ob die neuen Geschäftsfelder den Rückgang im traditionellen Druckmaschinengeschäft kompensieren können, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen.

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