Heidelberger Druckmaschinen steckt mitten in einem teuren Wandel. Das Unternehmen will weg vom zyklischen Maschinengeschäft — hin zu digitalen Diensten und Abonnements. Der Preis dafür ist hoch.
Jetfire und KI als neue Standbeine
Der internationale Rollout der Digitaldruckmaschine Jetfire 50 nimmt Fahrt auf. In Frankreich ging die erste Maschine beim Druckdienstleister PERFECTMIX in Betrieb. Weitere Installationen in Nordeuropa und Asien sollen folgen.
Die Jetfire 50 lässt sich in Heidelbergs bestehenden „Prinect“-Workflow einbinden. Kunden können damit Offset- und Digitaldruck flexibel kombinieren. Das trifft einen echten Marktbedarf.
Parallel dazu führte Heidelberger am 18. Juni einen neuen „AI Performance Chat“ ein. Das KI-Tool erlaubt es, Produktionsdaten per Spracheingabe abzufragen. Druckereibetreiber sollen so schneller auf Effizienzprobleme reagieren können — ohne manuelle Dashboard-Navigation.
Verlust geplant, Kredit gesichert
Das Ziel ist klar: Hardware-Verkäufe mit Abonnements und KI-Diensten verknüpfen. So will Heidelberger neue Erlösströme erschließen und die Abhängigkeit vom Neumaschinengeschäft senken.
Allerdings kostet der Umbau Geld. Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet der Vorstand einen Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Der freie Cashflow wird negativ ausfallen — vor allem wegen hoher Investitionen in Verteidigungstechnologien.
Die Finanzierung steht. Ein Konsortialkredit über 436 Millionen Euro läuft bis 2030. Das gibt dem Unternehmen Zeit für den Umbau.
Kurs weit unter Jahreshoch
An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit wider. Die Aktie notiert bei 1,53 Euro — rund 40 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 2,54 Euro. Seit Jahresbeginn hat sie knapp ein Viertel ihres Werts verloren.
Wie schnell Jetfire 50 und der AI Performance Chat tatsächlich Umsatz bringen, zeigt sich spätestens in den nächsten Quartalszahlen. Bis dahin bleibt Heidelberger ein Transformationsfall mit gesicherter Liquidität, aber offenem Ausgang.
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