Heidelberger Druckmaschinen Aktie: Hauptversammlung billigt Umbau

Aktionäre stimmen für Neuausrichtung, Kurs fällt dennoch. Verlustprognose für 2026/27 belastet die Aktie.

Auf einen Blick:
  • Zustimmung zu allen Verwaltungsvorschlägen
  • Neue Geschäftsfelder: Drohnenabwehr und Batterien
  • Keine Dividende trotz Gewinnsteigerung
  • Stellenabbau am Standort Wiesloch-Walldorf

Die Aktionäre von Heidelberger Druckmaschinen sagen Ja zum großen Umbau. Der Aktienkurs sagt: mir egal. Auf der Hauptversammlung stimmten die Anteilseigner allen Vorschlägen der Verwaltung zu. Der Kurs schloss trotzdem mit einem Minus bei 1,35 Euro – nur knapp über dem Jahrestief.

Vom Maschinenbauer zum Systemintegrator

Rund 23 Prozent des Grundkapitals waren bei der virtuellen Versammlung vertreten. Die Aktionäre bestätigten damit den Kurs von Vorstandschef Jürgen Otto. Heidelberger Druckmaschinen will sich vom klassischen Druckmaschinenhersteller zum Systemintegrator wandeln.

Zentral dafür ist der neue Bereich „HD Advanced Technologies“. Das Unternehmen setzt auf drei Standbeine abseits des zyklischen Kerngeschäfts:

  • Verteidigungstechnik: Das Joint Venture „ONBERG“ in Brandenburg entwickelt autonome Drohnenabwehr-Systeme.
  • Batterietechnik: Eine Kooperation mit PHENOGY bringt Natrium-Ionen-Speicher ins Portfolio.
  • Service-Geschäft: Die Übernahme von Teilen des Ersatzteilgeschäfts von manroland sheetfed stärkt das margenstarke Lifecycle-Segment.

Keine Dividende trotz Gewinnsprung

Der Nettogewinn hat sich im vergangenen Geschäftsjahr verdreifacht, auf rund 15 Millionen Euro nach 5 Millionen Euro im Vorjahr. Trotzdem bekommen Aktionäre keine Dividende. Das Management braucht das Geld für den laufenden Umbau.

Für das neue Geschäftsjahr 2026/27 dämpft der Vorstand die Erwartungen deutlich. Hohe Strukturkosten und Anlaufkosten für die neuen Geschäftsfelder dürften zu einem Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich führen.

Der Sparkurs zeigt sich auch beim Personal. Am Stammsitz Wiesloch-Walldorf fallen rund 450 Stellen weg. Über 550 Aufhebungsverträge sind bereits unterschrieben. Die Produktion des Volumenmodells Speedmaster CX 104 verlagert das Unternehmen komplett nach China.

Charttechnisch angeschlagen

Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits 33,40 Prozent verloren. Rutscht das Papier unter sein Jahrestief von 1,29 Euro, drohen Marktbeobachtern zufolge weitere Verkäufe.

Am 19. August 2026 legt Heidelberger Druckmaschinen die Zahlen für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres vor. Diese Zahlen zeigen, wie schnell die Sparmaßnahmen und die neuen Segmente Verteidigung und Service tatsächlich greifen.

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