Heidelberger Druckmaschinen bekommt einen neuen Finanzvorstand. Der Aufsichtsrat hat Christoph Burkhard zum 1. Oktober als CFO bestellt, wie das Unternehmen heute mitteilte. Der 62-Jährige folgt auf Volker Herdin, der Ende September in den Ruhestand geht.
Burkhard bringt Erfahrung aus zwei anderen Industriekonzernen mit: Er war zuvor Finanzvorstand bei Wacker Neuson und davor bei Nordex. Bei Heidelberger Druckmaschinen übernimmt er ein breites Ressort – Finanzen, Controlling, Investor Relations, M&A, Rechnungswesen, Recht, Steuern und Informationssicherheit fallen künftig in seinen Zuständigkeitsbereich.
Sanierung und Kapitalmarkt-Vertrauen als Auftrag
Der Wechsel an der Finanzspitze wird als Signal für einen tiefergehenden Umbruch gelesen. Nach Einschätzungen aus dem Fachumfeld soll Burkhard den Konzern sanieren und das Vertrauen am Kapitalmarkt zurückgewinnen – eine Formulierung, die auf die Erwartungshaltung an den neuen CFO schließen lässt. Der Aufsichtsrat begründete die Personalie mit Burkhards internationaler Erfahrung und seiner Kompetenz im Bereich Cashflow-Steuerung.
Die Aktie reagierte auf die Nachricht mit Kursverlusten. Der Zeitpunkt des Wechsels ist bemerkenswert: Heidelberger Druckmaschinen hat in den vergangenen Monaten bereits mehrere strukturelle Weichenstellungen vorgenommen, darunter die Integration von manroland sheetfed vor über einem Monat und den vor rund zwei Wochen bestätigten Verzicht auf eine Dividende.
Der neue Finanzchef übernimmt also kein unbeschriebenes Blatt, sondern tritt in eine Phase ein, in der der Konzern bereits an mehreren Fronten gleichzeitig arbeitet.
Kursniveau spiegelt angespannte Lage
Das aktuelle Kursbild unterstreicht den Handlungsdruck: Die Aktie notiert bei 1,41 Euro und damit rund 41 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2,40 Euro, das Anfang Oktober vergangenen Jahres erreicht wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 31 Prozent zu Buche. Diese Größenordnung macht deutlich, warum der Aufsichtsrat bei der Neubesetzung des CFO-Postens gezielt auf Sanierungserfahrung setzte.
Für Anleger bleibt entscheidend, wie schnell Burkhard nach seinem Amtsantritt im Oktober erste Akzente setzen kann. Sein Vorgänger Herdin hinterlässt ein Unternehmen im Umbau, das sowohl operative Integrationsprojekte als auch die Frage nach der künftigen Kapitalstruktur zu bewältigen hat.
Der Wechsel an der Finanzspitze fällt damit in eine Phase, in der Heidelberger Druckmaschinen aus Sicht des Marktes noch beweisen muss, dass die eingeleiteten Maßnahmen tatsächlich greifen.
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