Heidelberger Druckmaschinen Aktie: 436-Millionen-Kredit bis 2030

Heidelberger Druckmaschinen erwartet trotz Übernahmen und Ausbau des Servicegeschäfts einen Nettoverlust im laufenden Geschäftsjahr.

Auf einen Blick:
  • Übernahmen von POLAR und manroland
  • Nettoverlust im zweistelligen Millionenbereich
  • Aktie fällt um knapp zwei Prozent
  • Servicegeschäft als Wachstumsmotor

Heidelberger Druckmaschinen baut sein Geschäft aus – und rechnet trotzdem mit einem Verlust im laufenden Jahr. Zwei Übernahmen sollen den Konzern vom klassischen Maschinenbauer zum Systemanbieter für die Verpackungsindustrie machen. Die Aktie reagiert darauf verhalten: Am Freitag fällt der Kurs um 1,94 Prozent auf 1,36 Euro.

Zwei Übernahmen stärken das Servicegeschäft

Anfang Juli hat Heidelberger Druckmaschinen zwei wichtige Schritte abgeschlossen. Der Konzern übernimmt die Produktion von POLAR Maschinen und Systemen und bindet deren Entwicklung in die eigene Organisation ein. Das stärkt die Position im Verpackungs- und Etikettenmarkt.

Parallel dazu integriert das Unternehmen das Lifecycle-Geschäft der manroland sheetfed Gruppe. Dazu gehören auch die globalen Vertriebs- und Servicegesellschaften. Heidelberger Druckmaschinen gewinnt dadurch über 3.000 zusätzliche Kunden und rund 600 neue Mitarbeitende.

Das Ziel: mehr Umsatz im margenstarken Servicegeschäft. Zusätzlich investiert der Konzern in eigene Standorte. In Halle etwa entstehen neue Kapazitäten für Flexodruckmaschinen, unterstützt durch eine KI-Software, die den Ausschuss reduzieren soll.

Verlust trotz Wachstumskurs

Der Umbau kostet zunächst Geld. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Vorstand einen Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Immerhin haben Banken einen Konsortialkredit über 436 Millionen Euro vorzeitig bis 2030 verlängert.

Am Markt kommt die Strategie bisher nicht gut an. Die Aktie notiert bei 1,36 Euro und liegt damit nur noch 5,65 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 1,29 Euro vom 16. März 2026. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 32,76 Prozent verloren.

Zum 200-Tage-Durchschnitt von 1,68 Euro fehlen aktuell 18,75 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 2,54 Euro aus dem Juli 2025 klafft eine Lücke von 46,15 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt bei 417 Millionen Euro.

Serviceerlöse als Hebel für die Zukunft

Der Vorstand will die neuen Einheiten schnell integrieren. So sollen die Serviceerlöse steigen und die Abhängigkeit vom klassischen Maschinengeschäft sinken. POLAR und manroland sheetfed bilden dabei den Kern der neuen Ausrichtung im Verpackungs- und Etikettenmarkt.

Ob sich der Umbau in den Zahlen niederschlägt, zeigt sich frühestens im laufenden Geschäftsjahr. Bis dahin bleibt der angekündigte Nettoverlust die zentrale Belastung für die Bilanz.

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