Heidelberger Druckmaschinen treibt den Umbau voran. Die finanziellen Altlasten und die schwache Nachfrage fordern allerdings ihren Tribut. Der Auftragseingang schrumpfte zuletzt um acht Prozent. Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand einen zweistelligen Millionenverlust.
Das Management zieht nun die Reißleine. Für das Geschäftsjahr 2025/2026 streicht der Vorstand die Dividende komplett. Das abgelaufene Jahr endete mit einer operativen Marge von 6,6 Prozent. Der freie Cashflow rutschte tief ins Minus.
Umbau auf allen Ebenen
Der Konzernumbau verschlingt viel Geld. Heidelberg reagiert mit einem harten Sparprogramm. Das Unternehmen löst über 550 Arbeitsverträge auf. Parallel dazu verlagert der Konzern die Produktion eines Modells komplett nach China. Ein neues Werk in Nordmazedonien senkt die künftigen Herstellkosten.
Der Druckmaschinenhersteller baut indes das lukrative Servicegeschäft aus. Heidelberg integrierte das Vertriebsnetz der manroland sheetfed Gruppe. Ferner übernimmt der Konzern die Produktion der POLAR Maschinen. Das Ziel: eine stärkere Position im Verpackungsmarkt. Ein Großauftrag aus der Schweiz bestätigt diesen Kurs. WINTIPAK bestellte eine neue Boardmaster-Anlage für den Standort Halle.
Drohnenabwehr statt Druckerei
Auch fernab des Kerngeschäfts sucht das Management nach Wachstum. Seit April 2026 hält Heidelberg knapp die Hälfte der Anteile am Joint Venture ONBERG. Das Start-up aus Brandenburg entwickelt Systeme zur Drohnenabwehr. So will der Konzern seine Abhängigkeit von der zyklischen Druckbranche verringern.
Rote Vorzeichen an der Börse
Anleger reagieren auf den schmerzhaften Umbau nervös. Die Aktie schloss am Freitag bei 1,41 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 30,49 Prozent. Damit notiert das Papier weit unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 1,70 Euro.
Der Dividenden-Stopp zeigt den akuten Margendruck. Am 23. Juli stimmen die Aktionäre auf der Hauptversammlung über diese Nullrunde ab. Gelingt es, die neuen Sparten rasch in den Konzern einzubinden, dämmt das Management den drohenden Jahresverlust womöglich ein.
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