Heidelberger Druckmaschinen hat einen klaren Plan — und Warburg Research honoriert ihn. Das Analysehaus erhöhte am 11. Juni das Kursziel für die SDAX-Aktie von 1,40 auf 1,60 Euro. Die Einstufung bleibt bei „Hold“, aber die Begründung ist substanziell.
Margenverbesserung als Kernversprechen
Analyst Stefan Augustin stützt die Anhebung auf das Margenziel für das laufende Geschäftsjahr 2026/27. Das Unternehmen peilt eine bereinigte EBITDA-Marge von sieben Prozent oder mehr an. Erreichen will Heidelberger Druckmaschinen das durch ein Kostensenkungsprogramm und gezielte Produktionsverlagerungen.
Konkret: Die Speedmaster CX 104 soll künftig vollständig in China gefertigt werden. Außerdem entsteht ein neuer Standort in Nordmazedonien. Das klassische Segment „Print & Packaging Equipment“ schrumpft zwar beim Umsatz — auf Konzernebene soll das Vorjahresniveau aber gehalten werden.
Rüstungsgeschäft als Aufwärtsoption
Augustin nennt einen weiteren Faktor: größere Aufträge im Rüstungsgeschäft. Als Mittelfristziel hat Heidelberger Druckmaschinen hier 300 Millionen Euro Umsatz ausgegeben. Das ist kein sicherer Wert — aber es gibt dem Titel eine Fantasie jenseits des strukturell belasteten Druckmaschinensegments.
Im Digitaldruck arbeitet das Unternehmen mit dem Spezialisten Plasmatreat zusammen. Die Openair-Plasma-Technologie behandelt Oberflächen direkt vor dem UV-Inkjet-Druck vor. Das verbessert die Haftung der Tinte auf verschiedenen Materialien. Für die Serien Omnifire 250 und 1000 ist das bereits Standard.
Erholung vom Tief — aber noch unter dem Jahresdurchschnitt
Die Aktie notiert aktuell bei 1,59 Euro — rund 23 Prozent über dem 52-Wochen-Tief vom März. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von über 21 Prozent. Der RSI liegt bei 63,9 und nähert sich damit der technisch als überkauft geltenden Zone.
Das neue Kursziel von Warburg entspricht in etwa dem aktuellen Kurs. Wer auf mehr hofft, braucht entweder einen Margendurchbruch — oder den ersten großen Rüstungsauftrag.
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