Medienberichten zufolge verzeichnete das Unternehmen im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27, das Ende Juni endete, einen deutlichen Umsatzrückgang. Die Erlöse sanken um gut 13 Prozent auf 404 Millionen Euro. Der Nettoverlust weitete sich in diesem Zeitraum erheblich aus und belief sich auf 32 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Minus von rund 11 Millionen Euro gemeldet worden war.
Vor gut zwei Wochen bestätigte das Management dennoch die Prognose für das Gesamtjahr. Demnach soll der Umsatz im Geschäftsjahr 2026/27 mit rund 2,29 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres verharren. Das Unternehmen setzt dabei auf eine Stabilisierung im weiteren Jahresverlauf, um den schwachen Auftakt auszugleichen.
Strategische Neuausrichtung und Standortoptimierung
Um die Profitabilität langfristig zu sichern, treibt der Konzern den Umbau seiner Produktionskapazitäten voran. Im laufenden Jahr wurde die Fertigung der Modellreihe Speedmaster CX 104 vollständig nach China verlagert. Parallel dazu wurde ein neuer Standort in Nordmazedonien gegründet, um die globale Kostenstruktur zu optimieren.
Zusätzlich stärkt das Unternehmen sein Service- und Lifecycle-Geschäft. Anfang Juli wurde eine Vereinbarung zur Übernahme der Produktion von POLAR Maschinen und Systemen unterzeichnet. Bereits vor etwas mehr als zwei Monaten kündigte Heidelberger Druckmaschinen zudem an, das Lifecycle-Geschäft sowie die weltweiten Vertriebs- und Servicegesellschaften der manroland sheetfed Gruppe zu integrieren.
Einstieg in die Drohnentechnologie
Neben dem klassischen Druckmaschinengeschäft forciert das Unternehmen die Diversifizierung in neue Hochtechnologiefelder. Im März wurde gemeinsam mit Ondas Autonomous Systems das Joint-Venture „Onberg“ gegründet. Das Gemeinschaftsunternehmen entwickelt und betreibt autonome Systeme zur Drohnenabwehr.
Diese Ambitionen wurden im Juni durch eine Absichtserklärung mit dem ukrainischen Drohnenentwickler Skyeton untermauert. Ziel ist die Gründung eines weiteren Gemeinschaftsunternehmens, um die Expertise im Bereich unbemannter Flugsysteme zu bündeln und neue Marktsegmente außerhalb der Druckindustrie zu erschließen.
Personalwechsel und Marktentwicklung
Im Finanzressort steht ein geplanter Wechsel bevor. Zum 1. Oktober wird Christoph Burkhard das Amt des Finanzvorstands übernehmen. Der 62-Jährige war zuvor in gleicher Funktion beim Baumaschinenhersteller Wacker Neuson sowie beim Windturbinenbauer Nordex tätig. Er folgt auf Volker Herdin, der zum 30. September in den Ruhestand tritt.
An der Börse spiegelt sich die schwierige Geschäftslage der vergangenen Monate wider. Die Aktie notiert derzeit bei 1,46 Euro und verliert am heutigen Donnerstag rund 1,6 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus für die Anleger damit auf 28 Prozent.
Ein Rückblick auf die Expertenmeinungen zeigt, dass die Analysten von Warburg Research die Aktie am 25. Juni von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft hatten. In diesem Zuge wurde das Kursziel für den Wert von 1,60 Euro auf 1,80 Euro angehoben. Seither gab es keine aktuelleren Einstufungen der großen Analysehäuser, die das veränderte Zahlenwerk des ersten Quartals bereits vollständig reflektieren.
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