Heidelberger Druck: 550 Aufhebungsverträge beschlossen

Heidelberger Druckmaschinen streicht die Dividende und erwartet einen Millionenverlust. Der Einstieg ins Rüstungsgeschäft und der Stellenabbau belasten die Bilanz.

Auf einen Blick:
  • Dividende fällt für das Geschäftsjahr aus
  • Nettoverlust im zweistelligen Millionenbereich erwartet
  • Aufbau einer Verteidigungssparte über ONBERG
  • Über 550 Aufhebungsverträge bereits abgeschlossen

Heidelberger Druckmaschinen steht vor einer ungemütlichen Hauptversammlung. Am 23. Juli 2026 muss das Management den Aktionären harte Einschnitte erklären. Der freie Cashflow ist tiefrot. Die Folge: eine Nullrunde bei der Dividende.

Rüstung kostet Geld

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Vorstand mit einem Nettoverlust im zweistelligen Millionenbereich. Hauptgrund ist der teure Einstieg in die Rüstungsindustrie. Über das Gemeinschaftsunternehmen ONBERG baut der Konzern eine eigene Verteidigungssparte auf.

In Brandenburg sollen künftig Drohnenabwehrsysteme entstehen, wofür Heidelberger Druckmaschinen mit einem ukrainischen Partner kooperiert. Das Ziel liegt bei 300 Millionen Euro Umsatz in einigen Jahren. Aktuell steuert der Bereich allerdings noch weniger als zwei Prozent zu den Erlösen bei.

Umbau und Stellenabbau

Um die Kosten zu senken, greift das Management hart durch. Der Konzern hat bereits mehr als 550 Aufhebungsverträge abgeschlossen. Im gleichen Schritt wandert die Produktion der Speedmaster CX 104 komplett nach China. Ein neuer Standort in Nordmazedonien startet noch im Jahr 2026.

Die Bilanz des abgelaufenen Jahres zeigt ein gemischtes Bild. Der Umsatz blieb mit knapp 2,3 Milliarden Euro stabil. Der Nettogewinn stieg auf 15 Millionen Euro. Allerdings fiel der Auftragseingang spürbar auf 2,2 Milliarden Euro zurück.

Blick auf die Zahlen

An der Börse hinterlässt der Umbau tiefe Spuren. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie gut 25 Prozent an Wert. Am Freitag ging das Papier bei 1,52 Euro aus dem Handel. Damit notiert der Kurs zumindest wieder knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt.

Warburg Research sieht dennoch Potenzial und hob das Kursziel auf 1,60 Euro an. Am 19. August 2026 folgen die Zahlen zum ersten Quartal. Dann muss der Vorstand erste finanzielle Erfolge des radikalen Umbaus belegen.

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