Der Baustoffkonzern Heidelberg Materials setzt die Neuausrichtung seiner weltweiten Produktionsstandorte fort. Am Mittwoch gab die französische Konzerntochter Heidelberg Materials France Pläne bekannt, das Zementwerk Ranville in der Normandie zu schließen. Von diesem Schritt sind 87 Beschäftigte am Standort betroffen.
Die angekündigte Schließung in Frankreich markiert einen weiteren Schritt bei der Anpassung regionaler Fertigungskapazitäten an die veränderten Marktbedingungen. Während Heidelberg Materials in einzelnen europäischen Werken die Strukturen strafft, baut der Konzern seine internationale Aufstellung in Schwellenländern parallel aus.
Zukauf in Lateinamerika und Genehmigung in Schweden
Nur wenige Tage vor den Plänen für das Werk in der Normandie weitete der Konzern sein operatives Geschäft in Südamerika aus. Am 8. September schloss Heidelberg Materials eine verbindliche Vereinbarung zum Erwerb einer 70-prozentigen Mehrheitsbeteiligung an dem peruanischen Zementhersteller Cementos Inka ab. Mit der Mehrheitsübernahme sichert sich das Unternehmen zusätzliche Fertigungskapazitäten und Vertriebswege in einem wachsenden Markt.
Neben diesen Maßnahmen zur Portfoliooptimierung erzielte das Unternehmen auch in Nordeuropa Planungssicherheit für ein wichtiges Werk. Heidelberg Materials erhielt vom schwedischen Land- und Umweltgericht eine 30-jährige Genehmigung für den weiteren Steinbruchbetrieb am Standort Slite auf der Insel Gotland. Der Rohstoffabbau vor Ort bildet die Grundlage für die dortige Zementfertigung und ist auf eine langfristige Nutzung ausgelegt.
Analysten sehen Potenzial trotz Kursverlusten
An der Börse spiegeln sich die operativen Schritte derzeit noch nicht in steigenden Notierungen wider. Die Aktie von Heidelberg Materials beendete den Handel am Freitag bei 144,15 Euro. Seit Jahresanfang summieren sich die Einbußen des Papiers auf 36 Prozent. Mit diesem Rückgang notiert der Titel nahe seinem 52-Wochen-Tief, das am 18. September bei 143,60 Euro markiert worden war.
Branchenbeobachter beurteilen die mittelfristigen Perspektiven des Unternehmens dennoch positiv. Medienberichten zufolge beließ das US-Analysehaus JPMorgan die Aktie am 14. September auf „Overweight“ und bezifferte das Kursziel auf 225 Euro.
Bereits am 8. September hatte die Privatbank Berenberg ihre Kaufempfehlung mit dem Votum „Buy“ und einem Kursziel von 215 Euro bestätigt. Beide Häuser sehen den fairen Wert des Baustoffherstellers damit deutlich über dem Niveau des jüngsten Tiefstandes.
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