Der Deal ist durch. Hapag-Lloyd greift zu und kauft die israelische ZIM Integrated Shipping Services für satte 4,2 Milliarden Dollar. 35 Dollar je Aktie zahlen die Hamburger, das ist ein Aufschlag von 58 % auf den Schlusskurs vom Freitag. Damit katapultiert sich Hapag-Lloyd endgültig auf Platz fünf der weltgrößten Container-Reedereien.
Die Rechnung ist simpel. Über 400 Schiffe, eine Kapazität von 3 Millionen TEU und ein jährliches Transportvolumen von mehr als 18 Millionen TEU. Das sind die nackten Zahlen der neuen Nummer fünf. ZIM bringt 145 Schiffe mit, darunter 130 Containerschiffe und 15 Fahrzeugtransporter. Die Israelis fahren ein Charter-intensives Modell, sprich: Die meisten Schiffe sind geleast, nicht gekauft.
Der Israel-Faktor macht’s kompliziert
Jetzt wird’s politisch. Israel betrachtet ZIM als strategisches Asset und hält eine goldene Aktie, die dem Staat Kontrolle über strategische Entscheidungen gibt. Deshalb ist FIMI Opportunity Funds, Israels größter Private-Equity-Fonds, mit im Boot. FIMI übernimmt 16 moderne Schiffe und bedient die wichtigsten Handelsrouten nach Israel. Die ZIM-Marke bleibt, die strategische Anbindung auch.
Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen verspricht mehrere hundert Millionen Dollar an jährlichen Synergien. Das Netzwerk wird gestärkt, besonders im Transpazifik, in Asien, auf dem Atlantik und im östlichen Mittelmeer. Die Genehmigungen der Aktionäre und Regulierungsbehörden werden bis Ende 2026 erwartet. Bis dahin läuft alles wie gehabt, beide bleiben Wettbewerber.
Für Hapag-Lloyd ist das ein klarer Schritt nach vorne. Der globale Marktanteil steigt von 7 auf knapp 9 Prozent, ohne dass man Jahre in neue Schiffe investieren muss. Die Werftkapazitäten sind knapp, da kommt so ein Deal gerade recht. Ob die Synergien wirklich fließen, wird sich zeigen. Erst mal gilt es, die Hürden zu nehmen.
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