Hapag-Lloyd schraubt seine Erwartungen massiv nach oben. Unerwartet hohe Nachfrage und steigende Frachtraten treiben das Geschäft der Hamburger Reederei an. Während die Weltwirtschaft stockt, verdient der Konzern auf hoher See deutlich mehr als geplant.
Das Management hat die Prognose für das laufende Jahr kräftig angehoben. Der Konzern erwartet nun ein EBITDA zwischen 2,7 und 3,7 Milliarden US-Dollar. Die bisherige Zielmarke endete bereits bei 3,1 Milliarden US-Dollar.
Beim operativen Ergebnis (EBIT) fällt der Sprung noch deutlicher aus. Hapag-Lloyd rechnet hier mit bis zu 1,1 Milliarden US-Dollar Gewinn. Im alten Szenario drohte noch ein operativer Verlust von 1,5 Milliarden US-Dollar.
Die starken Zahlen verdecken ein teures Problem. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten zwingen Schiffe zu weiten Umwegen um die Straße von Hormus. Die Reederei meidet die kritische Passage konsequent.
Geopolitik belastet die Bilanz
Diese Routenänderungen verursachen wöchentlich Kosten zwischen 50 und 60 Millionen US-Dollar. Parallel dazu wehrt sich die Führung gegen diskutierte Frachtabgaben in der Region. Der Verband Deutscher Reeder meldete dazu bereits rechtliche Bedenken an.
Anleger reagierten positiv auf die neuen Ziele. Die Aktie kletterte zuletzt auf 125,10 Euro. Damit notiert das Papier gut acht Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt, bleibt aber rund 21 Prozent unter dem Jahreshoch.
Die Profitabilität hängt nun massiv von der Entwicklung der Frachtraten ab. Bleiben diese stabil auf dem aktuellen Niveau, erreicht Hapag-Lloyd das obere Ende der neuen Zielspanne. Eine Entspannung der Lage im Nahen Osten würde die Betriebskosten zusätzlich senken.
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