Die Aktie der Hamborner REIT steht an den Kapitalmärkten unter Druck und bewegt sich weiterhin in der Nähe ihrer Jahrestiefststände. Am gestrigen Freitag beendete das Papier den Handel bei einem Schlusskurs von 4,29 Euro. Damit beträgt der Abstand zum 52-Wochen-Tief lediglich 0,5 Prozent.
Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel ein Minus von 4,2 Prozent. Trotz der schwachen Kursentwicklung setzt das Unternehmen seine im Februar eingeleitete strategische Neuausrichtung konsequent fort und trennt sich von Randobjekten, um das Profil des Portfolios zu schärfen.
Fokus auf Nahversorgung und Baumärkte
Im Zentrum der Unternehmensstrategie steht die schrittweise Reduzierung des Büroanteils am Gesamtportfolio. Ziel ist es, diesen Bereich langfristig auf eine Quote von nur noch 10 bis 20 Prozent zu senken. Stattdessen konzentriert sich das Management verstärkt auf Immobilien aus den Segmenten Nahversorgung und Baumärkte, die als resilienter gegenüber konjunkturellen Schwankungen gelten.
Ein wesentlicher Schritt in diese Richtung war die am 4. August gemeldete Unterzeichnung des Kaufvertrags für eine Büroimmobilie in Neu-Isenburg. Das Objekt wurde für 13,5 Millionen Euro veräußert. Die freiwerdenden Mittel sollen laut Unternehmensangaben gezielt in renditestarke Objekte reinvestiert werden, die dem neuen Anforderungsprofil entsprechen.
Zum 30. Juni umfasste das Portfolio insgesamt 63 Objekte mit einem Verkehrswert von rund 1,316 Milliarden Euro, was einem leichten Rückgang von 1,5 Prozent gegenüber dem Jahresbeginn entspricht.
Operative Stabilität trotz Kostendruck
Die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr verlief weitgehend planmäßig, auch wenn steigende Finanzierungs- und Verwaltungskosten das Ergebnis belasteten. Medienberichten zufolge sanken die Miet- und Pachterlöse in den ersten sechs Monaten des Jahres um 1,3 Prozent auf 45,1 Millionen Euro. Der für die Immobilienbranche maßgebliche operative Gewinn (FFO) ging im Vorjahresvergleich um 4,4 Prozent auf 23,8 Millionen Euro zurück.
Trotz dieses Rückgangs belegen die operativen Kennzahlen eine solide Mieterbasis. Das Unternehmen schloss im Berichtszeitraum Mietverträge über eine Fläche von rund 23.700 Quadratmetern ab, was fast einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Die Leerstandsquote liegt bei niedrigen 4,1 Prozent, während die gewichtete Restlaufzeit der Mietverträge (WALT) stabil bei fünf Jahren verharrt. Die Mieterbindungsquote wurde mit 88 Prozent angegeben.
Auf Basis dieser Daten bestätigte die Gesellschaft die Prognose für das Gesamtjahr 2026, die Miet- und Pachterlöse zwischen 87,5 und 89,5 Millionen Euro sowie einen FFO zwischen 38 und 42 Millionen Euro vorsieht.
Massive Unterbewertung im Fokus der Analysten
Ein zentrales Thema für Anleger bleibt die erhebliche Differenz zwischen dem Börsenkurs und dem Substanzwert des Unternehmens. Der Net Asset Value (NAV) je Aktie wurde zum Halbjahr mit 8,72 Euro ausgewiesen. Damit notiert der aktuelle Kurs weit unter dem inneren Wert der Immobilien.
Um die Attraktivität der Standorte zu steigern, setzt das Unternehmen auch auf ökologische Aufwertungen. Ende Juli wurde eine Partnerschaft mit Electra bekannt gegeben, in deren Rahmen an 20 Einzelhandelsstandorten zunächst 140 Schnellladepunkte für Elektrofahrzeuge errichtet werden sollen. In einer weiteren Ausbaustufe ist eine Erweiterung auf bis zu 248 Ladepunkte vorgesehen.
Analysten sehen in der aktuellen Bewertung eine Chance. Warburg Research hat die Einstufung für die Aktie am 4. August auf „Buy“ mit einem Kursziel von 7,15 Euro belassen. Die Experten betonten, dass die Halbjahreszahlen im Rahmen der Erwartungen lagen und der bestätigte Ausblick die Stabilität des Geschäftsmodells unterstreiche.
Während die strategische Transformation Zeit benötigt, bietet das aktuelle Kursniveau im Vergleich zum NAV eine deutliche Sicherheitsmarge für langfristig orientierte Investoren.
Hamborner REIT-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Hamborner REIT-Analyse vom 22. August liefert die Antwort:
Die neusten Hamborner REIT-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Hamborner REIT-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
