Hamborner REIT Aktie: 19,2 Millionen Wertberichtigungen

Hamborner REIT veräußert Büroobjekte, verbucht Wertkorrekturen und bestätigt dennoch die Jahresziele für Mieten und FFO im Jahr 2026.

Auf einen Blick:
  • Portfolio umfasst noch 63 Immobilien
  • Wertkorrekturen belasten das Halbjahresergebnis
  • Mieterlöse und FFO gingen zurück
  • Ladeinfrastruktur an Handelsstandorten vereinbart

Hamborner REIT steckt mitten in einem strategischen Umbau – und der kostet. Der Handelsimmobilien-Spezialist trennt sich von Büroobjekten, um sich stärker auf Einzelhandelsimmobilien zu konzentrieren. Diese Neuausrichtung schlägt sich in der jüngsten Bilanz deutlich nieder und belastet auch die Aktie, die aktuell bei 4,28 Euro notiert und damit nur noch knapp über ihrem 52-Wochen-Tief liegt.

Verkäufe und Wertberichtigungen drücken Ergebnis

Nach dem Verkauf der Einzelhandelsimmobilie Ditzingen zählt das Portfolio noch 63 Büro- und Einzelhandelsobjekte mit einem Verkehrswert von rund 1,316 Milliarden Euro. Zusätzlich ist der Verkauf der Büroimmobilie Neu-Isenburg für 13,5 Millionen Euro vereinbart.

Diese Bereinigung ist Teil einer bewussten Strategie: Hamborner will sein Portfolio stärker auf Handelsimmobilien ausrichten und Büroflächen sukzessive abbauen, wie die Immobilien Zeitung berichtete.

Der Preis dafür zeigte sich bereits vor rund einem Monat in der Halbjahresbilanz: Das Betriebsergebnis rutschte auf minus 6,6 Millionen Euro, nach plus 10,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Hauptgrund waren Wertberichtigungen von 19,2 Millionen Euro auf sechs Immobilien. Hinzu kamen gestiegene Instandhaltungs-, Verwaltungs- und Personalkosten sowie höhere Finanzierungskosten. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen bei den Instandhaltungskosten sogar mit einem Anstieg von etwa 30 Prozent.

Kosten steigen, Erlöse schwächeln

Die Miet- und Pachterlöse sanken im ersten Halbjahr um 1,3 Prozent auf 45,1 Millionen Euro, der FFO gab um 4,4 Prozent auf 23,8 Millionen Euro nach. Der Nettoinventarwert je Aktie liegt bei 8,72 Euro und damit 3,9 Prozent unter dem Jahresanfangswert.

Die Verschuldungsquote (LTV) beträgt 45,2 Prozent. Trotz dieser Belastungen hält das Unternehmen an seiner Jahresprognose fest: Mieterlöse zwischen 87,5 und 89,5 Millionen Euro sowie ein FFO von 38 bis 42 Millionen Euro sollen 2026 erreicht werden.

Die Kursentwicklung spiegelt die Skepsis der Anleger wider. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 4,6 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten summiert sich der Rückgang auf 26 Prozent. Der aktuelle Kurs liegt nur noch 0,4 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 4,26 Euro, das Ende August markiert wurde – ein deutliches Zeichen dafür, dass der Markt die laufende Transformation mit Vorsicht begleitet.

Zukunftsprojekt läuft parallel zum Umbau

Während das Kerngeschäft im Umbruch steckt, verfolgt Hamborner REIT parallel ein Diversifikationsprojekt: Gemeinsam mit dem Partner Electra sollen an 20 Einzelhandelsstandorten Schnellladepunkte für Elektrofahrzeuge entstehen – vor rund einem Monat vereinbart, mit Phase 1 von 140 Ladepunkten und einem perspektivischen Ausbau auf bis zu 248 Standorte.

Dieses Vorhaben soll die Attraktivität der Handelsimmobilien für Mieter und Kunden steigern, ändert aber kurzfristig nichts an der angespannten Ertragslage.

Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob die Portfoliobereinigung mittelfristig zu stabileren Erträgen führt oder die Belastungen aus Wertberichtigungen und Verkäufen anhalten. Die bestätigte Jahresprognose signalisiert zumindest, dass das Management trotz der schwierigen Halbjahreszahlen an seinem Kurs festhält.

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