Luke Miels hat einen Auftrag, und der ist nicht gerade bescheiden: GSK soll bis 2031 mehr als 40 Milliarden Pfund Umsatz machen, die Pipeline muss wachsen, und nebenbei tickt die Uhr für das HIV-Mittel Dolutegravir, dessen Patent 2028 ausläuft. Wer so unter Druck steht, kauft. Und GSK kauft jetzt groß.
124 Dollar je Aktie, 40 Prozent Aufschlag
Am Dienstag gab der britische Pharmariese bekannt, den US-amerikanischen Krebsspezialisten Nuvalent für 10,6 Milliarden Dollar in bar zu übernehmen. Der Angebotspreis liegt bei 124 Dollar je Nuvalent-Aktie, was einem Aufschlag von 40 Prozent auf den letzten Schlusskurs entspricht. Netto, also nach Abzug der übernommenen Barmittel, beziffert GSK die Investition auf rund 9,4 Milliarden Dollar.
Ein satter Preis. Die Frage ist, ob Nuvalent ihn wert ist.
Lungenkrebsportfolio als Argument
Miels sagt, der Deal biete Patienten „bedeutende neue Behandlungsoptionen“ bei Lungenkrebs und schaffe zudem eine Plattform, um das experimentelle Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Ris-Rez weiterzuentwickeln, das sich derzeit in späten klinischen Tests befindet. Das klingt nach Strategie. Ob es auch nach Rendite klingt, wird sich zeigen.
2027 soll sich der Deal rechnen
GSK erwartet, dass die Übernahme ab 2027 zum Umsatz und zum operativen Gewinn beiträgt, beim Kerngewinn je Aktie sogar erst ab 2029. Das ist eine lange Anlaufzeit für mehr als zehn Milliarden Dollar. Investoren, die auf schnelle Zahlen hoffen, werden sich gedulden müssen.
Miels wettet darauf, dass Nuvalent die Lücke füllt, die Dolutegravir hinterlassen wird. Ob das aufgeht, weiß man frühestens in drei Jahren. Bis dahin steht die Zehn vor dem Komma.
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