Mit einer Meilensteinzahlung baut GSK seine Entwicklungspipeline aus. Der britische Pharmakonzern wählte am Mittwoch einen Wirkstoffkandidaten gegen Lebererkrankungen aus der bestehenden Zusammenarbeit mit Wave Life Sciences für das eigene klinische Portfolio aus.
Durch diesen Schritt wird eine Zahlung in Höhe von 12 Millionen $ an den Kooperationspartner fällig. Das genaue biologische Zielmolekül sowie die konkrete Indikation wurden bei diesem Auswahlschritt nicht offengelegt.
Zugleich sicherte sich das Unternehmen Rückendeckung bei einem weiteren Forschungsvorhaben. AN2 Therapeutics teilte am 28. September mit, dass die Gates Foundation die finanzielle Förderung für eine gemeinsame Tuberkulose-Forschungskooperation mit GSK verlängert hat. Das Vorhaben konzentriert sich auf die Entwicklung Bor-basierter Leucyl-tRNA-Synthetase-Inhibitoren, um neue Therapieansätze gegen die Infektionskrankheit zu erforschen.
Restrukturierung in der Impfstofffertigung
Parallel zur wissenschaftlichen Portfolioerweiterung deuten sich betriebliche Einschnitte im europäischen Produktionsnetzwerk an. Medienberichten zufolge plant GSK, sein Impfstoffwerk im deutschen Dresden bis zum Sommer 2027 zu schließen. Die dortige Herstellung von Grippeimpfstoffen soll demnach in Kanada zusammengeführt werden. Nach Angaben der Gewerkschaft IGBCE stehen an dem sächsischen Standort 641 Arbeitsplätze auf dem Spiel.
Auf der Kapitalseite meldete das Unternehmen zum Stichtag am 30. September insgesamt 4.316.311.549 ausgegebene Stammaktien. Davon befanden sich 270.881.064 Papiere im eigenen Bestand, womit sich die Zahl der aktiven Stimmrechte auf 4.045.430.485 belief.
Analysten halten an Verkaufsempfehlungen fest
Trotz der Pipeline-Fortschritte zeigen sich Analysehäuser für den weiteren Kursverlauf vorsichtig. Am Dienstag stufte James Gordon von Barclays die Aktie unverändert mit „Sell“ ein und setzte das Kursziel auf £18,00 fest. Am Mittwoch bestätigte auch Zain Ebrahim von J.P. Morgan das Votum „Sell“ und bezifferte das Kursziel auf £17,00.
An der Börse spiegelte sich die zurückhaltende Stimmung zuletzt wider. Am Freitag ging die Aktie mit einem Abschlag von 0,8 Prozent bei 20,79 Euro aus dem Handel. Damit notiert der Titel 7,8 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 22,56 Euro, was den anhaltenden Konsolidierungsdruck im Chartbild unterstreicht.
Die Anleger wägen derzeit die Risiken möglicher Werksschließungen und die Skepsis der Analysten gegen die langfristigen Perspektiven der erweiterten Forschungsprojekte ab.
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