GSK legt auf dem Krebskongress der European Society for Medical Oncology in Madrid gleich mehrere Datensätze vor. Drei Programme stehen im Mittelpunkt: ein Immuntherapeutikum gegen Rektumkrebs, ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat gegen Eierstockkrebs und ein Kandidat gegen Knochenkrebs.
Der Konzern baut damit sein Onkologie-Portfolio aus, nachdem er sich vor rund einem Jahrzehnt aus dem Feld zurückgezogen hatte. Die Aktie schloss zuletzt bei 1.916 Pence, ein Plus von rund 1,2 Prozent.
Jemperli: Tumore verschwinden ohne Operation
Die stärksten Zahlen kommen aus der Phase-II-Studie AZUR-1. Jemperli, allein verabreicht, führte bei 76 Prozent der auswertbaren Patienten mit lokal fortgeschrittenem Rektumkrebs zu einem vollständigen Ansprechen. Betroffen sind Tumore mit dem genetischen Merkmal MSI-H/dMMR, die DNA-Schäden nicht richtig reparieren können.
Bei 110 von 144 Patienten verschwand der Tumor vollständig. Die Rückfallrate unter den Respondern liegt nach mehr als zwei Jahren Nachbeobachtung bei null. Schwere Nebenwirkungen traten bei 20 Prozent der Patienten auf, drei Prozent brachen die Therapie ab.
Die Studie erreichte ihr Hauptziel. In der unabhängigen zentralen Auswertung hatten 47 Prozent ein Ansprechen von mindestens zwölf Monaten erreicht, die Daten reifen noch. Für manche Patienten könnten Chemotherapie, Bestrahlung und Operation damit entfallen. Die Ergebnisse stützen die jüngste US-Zulassung für diesen Einsatz.
Zwei Pipeline-Kandidaten aus China
Parallel dazu zeigt Mo-Rez bei platinresistentem Eierstockkrebs eine bestätigte Ansprechrate von 62 Prozent. Die Ansprechdauer lag im Median bei 12,2 Monaten, das progressionsfreie Überleben bei 11,1 Monaten. Allerdings traten bei 71 Prozent der Patienten schwere behandlungsbedingte Nebenwirkungen auf, meist blutbezogen. Fünf entscheidende Phase-III-Studien laufen bereits.
Beide Wirkstoffe, Mo-Rez und der Knochenkrebs-Kandidat Ris-Rez, stammen von Hansoh Pharmaceutical. In einer späten Studie in China verlängerte Ris-Rez bei 122 Patienten mit Osteosarkom das progressionsfreie Überleben auf median 5,5 Monate, gegenüber 1,4 Monaten unter Chemotherapie. Das Risiko für Fortschreiten oder Tod sank um 67 Prozent.
GSK beschleunigt die Entwicklung von Ris-Rez über mehrere Krebsarten hinweg. Die Daten zu Mo-Rez und Jemperli werden in Madrid präsentiert. Die laufenden Phase-III-Studien zu Mo-Rez entscheiden darüber, ob der Eierstockkrebs-Kandidat den Weg zur Zulassung schafft.
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